Kryptowährungen EU-Kommission will Bitcoin-Regulierung vorantreiben

Ökonomen und Banken warnen vor Kryptowährungen wie den Bitcoin, Anlegern drohe der Totalverlust. Nun prüft die EU-Kommission die Regulierung.
Eine Person kauft an einem Bitcoin-Automaten in Zürich Bitcoin

Eine Person kauft an einem Bitcoin-Automaten in Zürich Bitcoin

Foto: Christian Beutler/ picture alliance / Christian Beutler/KEYSTONE/dpa

Die EU-Kommission schließt ein Vorangehen bei Regulierungen von Kryptowährungen nicht aus. Nach einem Runden Tisch mit rund 40 Vertretern der Industrie und der Banken sagte der Vizepräsident der EU-Kommission, Valdis Dombrovskis, Bitcoin seien in ihrem Wert nicht sicher, und es gebe beträchtliche Spekulationen. Die Investoren liefen Gefahr, dass sie ihr Geld verlieren.

Erste Schritte gegen Kryptowährungen hat die EU nach Dombrovskis Angaben bereits unternommen. Vor rund zwei Wochen habe die Kommission die Finanzaufsichtsbehörden gebeten, die Warnhinweise für Anleger zu verschärfen.

Bei einer möglichen Regulierung solle künftig auch die Anti-Geldwäscherichtlinie angewendet werden. Die Finanzminister und das Europaparlament müssen die Änderung der Geldwäscherichtlinie aber noch absegnen.

Darüber hinausgehende Regulierungen müssten nach Ansicht von Dombrovskis aber auf internationaler Ebene besprochen werden, weil Kryptowährungen auf der ganzen Welt gehandelt werden. "Es ist ein globales Phänomen, und deshalb ist eine globale Antwort nötig", sagte der Lette. "Dass heißt aber nicht, dass die EU nicht schon früher handeln kann."

Deutschland und Frankreich forderten Anfang des Monats in einem gemeinsamen Brief an die argentinische G20-Präsidentschaft, das Thema Risiken und Chancen der Cyber-Devisen sowie der dahinterstehenden Technologien auf die Agenda des G20-Treffens im März in Buenos Aires zu setzen. Das Ergebnis könnte ein international abgestimmtes Handeln sein.

"Kombination aus Spekulationsblase, Schneeballsystem und Umweltkatastrophe"

Seit Monaten hält der kometenhafte Aufstieg von Kryptowährungen wie Bitcoin, Etherum und Ripple die Finanzwelt in Atem. Der Ruf nach einer Regulierung der Digitalwährungen wird immer lauter.

Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), quasi die Zentralbank der Zentralbanken, teilte jüngst mit: "Was vielleicht ursprünglich als alternatives Zahlungssystem ohne staatliche Beteiligung gedacht war, ist inzwischen zu einer Mischung aus Finanzblase, Schneeballsystem und Umweltkatastrophe geworden."

Noch ist der Gegenwert der Krypto-Token, die derzeit weltweit bewegt werden, im Vergleich zur Gesamtwirtschaft nicht so groß, als dass man bei einem großen Bitcoin-Crash unmittelbare Auswirkungen auf die Finanzstabilität befürchten müsste. Doch die Zentralbanken müssten zumindest darauf vorbereitet sein, falls nötig einzugreifen, so die Meinung vieler Experten.

hej/dpa-AFX
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