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16. März 2010, 09:04 Uhr

Kündigung

Utz Claassen verlässt Solar Millennium nach drei Monaten

Kurzes Gastspiel: Erst vor wenigen Monaten hatte der ehemalige EnBW-Chef Utz Claassen sein neues Amt als Vorstandsvorsitzender des Solar-Kraftwerksbauers Solar Millennium angetreten. Jetzt machte er jedoch von seinem außerordentlichen Kündigungsrecht Gebrauch. Investoren reagierten entsetzt.

Erlangen - Über die Hintergründe der Entscheidung hüllen sich die Beteiligten in Schweigen. Trotzdem wirkt die Nachricht wie ein Paukenschlag: Der erst seit Jahresbeginn amtierende Chef Utz Claassen hat sein Amt als Vorstandsvorsitzender niedergelegt. "Er beruft sich auf ein ihm eingeräumtes Recht, innerhalb einer definierten Überlegungsfrist sein Amt niederzulegen. Weitere Gründe hat er dem Unternehmen nicht mitgeteilt", teilte das Unternehmen am späten Montagabend in Erlangen mit.

"Der Weggang kam für den Aufsichtsrat unerwartet", sagte Aufsichtsratschef Helmut Pflaumer. "Wir respektieren die Entscheidung und begrüßen, dass er dem Unternehmen weiterhin freundschaftlich verbunden bleiben möchte." Der Aufsichtsrat werde die Geschäftsverteilung im Vorstand zeitnah neu ordnen, um so den nachhaltigen Wachstumskurs der Solar Millennium AG weiter sicherzustellen.

In den vergangenen Monaten hatte die "Wirtschaftswoche" wiederholt über mögliche Unregelmäßigkeiten bei der Bilanzierung berichtet. Das Unternehmen hatte die Vorwürfe jedoch jedes Mal entschieden zurückgewiesen. Der Aktienkurs fiel seit dem Anfang 2010 erreichten Mehrjahreshoch von rund 44 Euro deutlich. Zuletzt kostete das Papier noch knapp 29 Euro.

Im Umfeld Claassens hieß es zwar, der Manager nehme aus privaten Gründen Abschied, die Nachricht sorgte an der Börse dennoch für Aufregung. Zu Handelsbeginn stürzten die Aktien von Solar Millennium um 34,1 Prozent auf 19,01 Euro ab.

Solar Millennium deckt von der Entwicklung und Finanzierung von Projekten, über den Kraftwerksbau bis hin zum Besitz und Betrieb solarthermischer Kraftwerke die gesamte Wertschöpfungskette ab. Diese Kraftwerke konzentrieren mit riesigen Spiegeln das Sonnenlicht, die dabei entstehende Hitze treibt Turbinen über Wasserdampf an, die Strom erzeugen.

mik/dpa/dpa-AFX

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