Künftiger Deutsche-Bank-Chef Ackermann-Nachfolger Jain bekommt weniger Gehalt

Die Nachfolge von Josef Ackermann macht Anshu Jain zum mächtigsten Mann bei der Deutschen Bank. Doch dafür muss der Investmentbanker nach SPIEGEL-Informationen auf Geld verzichten. Hintergrund ist, dass er nicht mehr verdienen darf als sein Co-Chef.

Künftiger Deutsche-Bank-Chef Jain: Gehaltsverzicht für die Beförderung
REUTERS

Künftiger Deutsche-Bank-Chef Jain: Gehaltsverzicht für die Beförderung


Hamburg - Die künftigen Vorstandschefs der Deutschen Bank, Anshu Jain und Jürgen Fitschen, sollen etwas weniger verdienen als der scheidende Chef Josef Ackermann. Denn beide sollen die gleichen Bezüge erhalten. Dadurch wird Jain, der bisher das Investmentbanking führte, nach SPIEGEL-Informationen weniger verdienen als bisher. Dagegen macht sein designierter Co-Chef Jürgen Fitschen einen Gehaltssprung, heißt es in Aufsichtsratskreisen. Die absolute Höhe der Vergütung steht noch nicht fest, da sie vom Erfolg der Bank abhängig ist. Ackermann hatte 2011 insgesamt 9,4 Millionen Euro verdient.

Titelbild
Mehr dazu im SPIEGEL
Heft 15/2012
Eine Spurensuche in Deutschland

Die neuen Vorstandschefs hatten Mitte März dem Aufsichtsrat ihr neues Führungsteam vorgestellt. Dabei kam es zu heftigen Auseinandersetzungen, weil Jain und Fitschen Risikovorstand Hugo Bänziger und Personalchef Hermann-Josef Lamberti durch neue Leute ersetzen werden. Ackermann echauffierte sich, so dürfe man verdiente Vorstände nicht bloßstellen. Bei der anschließenden Abstimmung votierten zwei Aufseher gegen das Personaltableau.

Arbeitnehmervertreter rechnen in den kommenden Jahren mit einem drastischen Stellenabbau. Denn Großaktionäre machen Druck. Im Bereich Infrastruktur und regionales Management könnten 15 Prozent der 35.000 Stellen wegfallen, finden sie. Mehr als 5000 Jobs stehen also auf der Kippe.

Bei der Postbank steht ein weiterer Jobabbau bereits weitgehend fest. Im Zuge der Integration in die Deutsche Bank sollen noch mehrere hundert Arbeitsplätze wegfallen. Allein im Zahlungsverkehr verschwinden voraussichtlich bis 2016 netto 350 Jobs. Bei Kreditabwicklungs- und Kontoführungseinheiten fallen wahrscheinlich noch 200 Stellen weg.

Diese Meldung kommt aus dem neuen Spiegel. Hier können Sie das neue Heft direkt kaufen oder ein Abo abschließen.

insgesamt 16 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Fuzzy Barnes 07.04.2012
1. Gute Überschrift
Er BEKOMMT weniger Gehalt, Verdienen tut der, wie auch sein Vorgänger und eigentlich alle Chefs, erheblich weniger. Es sei denn, mir kann mal jemand erklären, was der so produktiv für einen Wert erbringt.
eigene_meinung 07.04.2012
2.
Egal wie viel dieser Mensch an Gehalt erhält - verdienen tut er es genauso wenig wie sein Landsmann R.S., der mit großem Einsatz Nokia Siemens Networks zugrunde richtet.
_beholder 07.04.2012
3. 20.000 Euro im Monat
sollten völlig reichen, um einen angemessenen Lebensstil führen zu können. Alles darüber hinaus empfinde ich als dekadente Selbstbereicherung, die der zu tragenden "Verantwortung" nicht gerecht wird. Wozu braucht dieser Mensch Millionen? Womit hat er das verdient? Eben. Gar nicht. Man sollte generell darüber nachdenken, die Löhne in den Chefetagen wieder mit Bodenhaftung zu versehen.
torsten79 07.04.2012
4. *money making*
Zitat von _beholdersollten völlig reichen, um einen angemessenen Lebensstil führen zu können. Alles darüber hinaus empfinde ich als dekadente Selbstbereicherung, die der zu tragenden "Verantwortung" nicht gerecht wird. Wozu braucht dieser Mensch Millionen? Womit hat er das verdient? Eben. Gar nicht. Man sollte generell darüber nachdenken, die Löhne in den Chefetagen wieder mit Bodenhaftung zu versehen.
Der Unterschied zwischen "verdienen" und "erhalten" ist allenfalls ein "intellektueller". Nicht grundlos spricht man im anglo-amerikanischen Raum von "money making". Denn die "moralische Einordnung" muss jeder selbst treffen. Sie ist gleichwohl völlig irrelevant. Denn Gehälter werden in der freien Marktwirtschaft eben auch nach dem Prinzip Angebot + Nachfrage gestaltet. Dass das "Normalverdienern" nicht schmeckt ist klar, ändert aber nichts an der Tatsache, dass in der Regel der Marktwert einer Leistung bezahlt wird. Da können die Sozialneider noch so sehr schreien wie sie wollen. Denn das schöne ist doch, dass es jedem freisteht ebenfalls Fußballprofi oder Konzernlenker zu werden. Also: gebt Gas anstatt zu jammern...!
swisspragmatism 07.04.2012
5. Erfahrungsrückfluss
Zitat von sysopREUTERSDie Nachfolge von Josef Ackermann macht Anshu Jain zum mächtigsten Mann bei der Deutschen Bank. Doch dafür muss der Investmentbanker nach SPIEGEL-Informationen auf Geld verzichten. Hintergrund ist, dass er nicht mehr verdienen darf als sein Co-Chef. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,826119,00.html
Josef Acker mann wird im Verwaltungsrat der "Zürich" hier in der Schweiz weiterarbeiten. Ich denke er wird aus seiner grossen Erfahrung der Deutschen Bank vieles konstruktive einbringen können.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.