Künftiger Lkw-Gigant EU erlaubt Volkswagen Übernahme von MAN

Brüssel ermöglicht Volkswagen den Aufstieg zum Lkw-Riesen: Die EU-Kommission sieht keine Gefahr für den Wettbewerb - sie genehmigte dem Wolfsburger Konzern die MAN-Übernahme ohne Auflagen.
MAN-Logo: EU sieht noch ausreichend starke Konkurrenten auf dem Markt

MAN-Logo: EU sieht noch ausreichend starke Konkurrenten auf dem Markt

Foto: Andreas Gebert/ dpa

Brüssel - Nach 253 Jahren der Eigenständigkeit wird MAN zur elften Marke des Volkswagen-Konzern: Die EU-Kommission hat VW grünes Licht für die Mehrheitsübernahme des Münchner Lastwagenbauers gegeben. Das Vorhaben beeinträchtige nicht den Wettbewerb in Europa, teilten die obersten Wettbewerbshüter mit. Es gebe ausreichend Konkurrenz durch gut etablierte Anbieter.

Die Kommission hatte die Folgen einer Übernahme auf die Märkte für schwere Lastwagen, Busse, Chassis sowie Dieselmotoren untersucht - und gab die bereits im Juli erfolgte Aufstockung der VW-Anteile bei MAN über die 50-Prozent-Schwelle ohne Auflagen frei.

Nach Ansicht der Kommission gibt es auch nach der Fusion auf dem Markt für Busse und Lastwagen viele starke Anbieter wie Daimler, Volvo, Iveco, DAF für Lastwagen beziehungsweise Daimler, Volvo, Iveco, Solaris und VDL für Busse.

Volkswagen   bejubelte die Brüsseler Entscheidung in einer Stellungnahme: Der Konzern habe einen weiteren wichtigen Meilenstein auf dem Weg zum integrierten Nutzfahrzeugkonzern aus MAN, Scania und Volkswagen erreicht. Eine engere Zusammenarbeit schaffe erhebliche Synergien bei Einkauf, Entwicklung und Produktion. Der Wolfsbürger Autobauer kontrolliert nach seinem Pflichtangebot knapp 56 Prozent von MAN.

Das Ziel der VW-Spitze ist eine paneuropäische Lkw-Allianz: Volkswagen soll auf dem aussichtsreichen Markt für Schwerlastwagen mitspielen und einen eigenen Lastwagenkonzern aus MAN, der eigenen Nutzfahrzeugsparte und der schwedischen Tochter Scania bilden.

Im August hatte VW die Mehrheitsübernahme von MAN in Brüssel zur Fusionskontrolle angemeldet. Zuvor hatte sich der Konzern den Unmut der EU-Kommission zugezogen, als vorzeitig Personalpläne für den Aufsichtsrat des noch unabhängigen Unternehmens MAN bekannt wurden.

fdi/Reuters/dpa/dapd
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