Übernahme durch Midea Kuka-Großaktionäre verkaufen Anteile an Chinesen

Der chinesische Midea-Konzern ist der umstrittenen Übernahme des Roboterherstellers Kuka einen großen Schritt näher gekommen. Zwei Großaktionäre haben ihre Aktienpakete an Midea verkauft.
Kuka-Roboter beim Bier-Einschenken

Kuka-Roboter beim Bier-Einschenken

Foto: TOBIAS SCHWARZ/ AFP

Der chinesische Hausgeräte-Hersteller Midea ist bei der geplanten Übernahme des Roboterbauers Kuka fast am Ziel. Neben Voith hat auch der weitere Großaktionär, der Unternehmer Friedhelm Loh, sein Aktienpaket an Midea verkauft.

"Ich habe am Donnerstag die Entscheidung zum Verkauf des Aktienpakets gefällt und am Freitag umgesetzt", sagte Loh dem "Handelsblatt".

Der Voith-Konzern hatte sich ebenfalls am Freitag von seiner 25,1-Prozent-Beteiligung getrennt und rechnet mit einem Erlös von 1,2 Milliarden Euro. Loh dürfte fast eine halbe Milliarde Euro zufließen. Loh versicherte, er habe sich mit Voith nicht abgestimmt.

Offerte läuft noch bis zum 15. Juli

Zusammen mit dem 13,5-Prozent-Anteil, den Midea sich bereits gesichert hatte, kämen die Chinesen also schon auf 48,5 Prozent. Damit wären sie nur noch knapp von einer Mehrheit entfernt. Wie viele Kleinaktionäre ihnen ihre Anteile inzwischen angeboten haben, ist nicht bekannt. Das zuvor genannte Mindestziel von 30 Prozent wäre aber bereits deutlich überschritten. Die Offerte läuft zunächst bis zum 15. Juli.

Der Kuka-Vorstand hat mit Midea einen bis Ende 2023 gültigen Investorenvertrag geschlossen und seinen Aktionären einen Verkauf an die Chinesen empfohlen. Der Vertrag sieht umfassende Garantien für Mitarbeiter und Kunden vor. Midea garantiert demnach für die nächsten siebeneinhalb Jahre den 12.300 Kuka-Beschäftigten ihre Jobs und den Erhalt der Unternehmenszentrale in Augsburg, in der allein 3500 Menschen arbeiten.

Kritiker befürchten wegen des Midea-Angebots den Ausverkauf von deutschen Interessen, weil Kuka bei Zukunftstechnologien der "Industrie 4.0" aktiv ist. Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) und EU-Kommissar Günther Oettinger (CDU) hatten sich für einen deutschen oder europäischen Investor ausgesprochen. Eine Alternativofferte deutscher Unternehmen gibt es aber nicht.

Die IG Metall reagierte enttäuscht auf den Rückzug der beiden Großaktionäre. "Ich hätte mir gewünscht, dass die Ankeraktionäre die Stellung halten und wir Kuka gemeinsam erfolgreich machen", sagte der Erste Bevollmächtigte der IG Metall Augsburg und Kuka-Aufsichtsratsvize Michael Leppek der Nachrichtenagentur dpa.

sep/msc/dpa/Reuters
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