Roboterhersteller Washington macht Weg frei für Kuka-Verkauf an Chinesen

Nach einem sechs Monate dauernden Werbefeldzug kann der chinesische Hausgerätekonzern Midea nun endgültig den deutschen Roboterhersteller Kuka übernehmen. Die US-Behörden haben ihre Vorbehalte aufgegeben.
Industrieroboter von Kuka

Industrieroboter von Kuka

Foto: DPA

Der chinesische Hausgerätehersteller Midea hat nach eigenen Angaben alle staatlichen Genehmigungen für die Übernahme des deutschen Roboterherstellers Kuka zusammen. Damit könne Midea den Kauf der von anderen Kuka-Eignern angedienten Aktien in der ersten Januarhälfte abwickeln, teilten beide Unternehmen mit.

Die Zustimmung der US-Behörden war die letzte Hürde für die Übernahme gewesen. Kuka hatte zuvor als Bedingung sein Flugzeugindustrie-Geschäft in den USA an ein US-Unternehmen verkauft, da die Regierung in Washington ihr Veto gegen einen Verkauf militärisch bedeutsamer Technologie an Chinesen eingelegt hatte.

Nach der Abwicklung wird Midea eigenen Angaben zufolge 94,55 Prozent der Kuka-Anteile halten. Die im Mai angekündigte 4,5 Milliarden Euro schwere Übernahme des Augsburger Konzerns hatte in Deutschland Sorgen über einen Ausverkauf deutscher Technologie nach China geschürt.

Kuka stellt Roboter für die Industrieproduktion her, Midea dagegen hat keine Erfahrung in der Automatisierung. Das Unternehmen fertigt bislang Klimaanlagen und Hausgeräte wie Waschmaschinen und Kühlschränke und ist in diesem Sektor nach eigenen Angaben Nummer eins in China. Abgesehen von Kuka hat Midea in diesem Jahr auch den italienischen Klimaanlagenhersteller Clivet übernommen.

Chinesische Unternehmen kaufen derzeit in großem Maße deutsche Firmen. Investoren aus China und Hongkong haben zwischen Januar und Ende Oktober insgesamt 58 deutsche Firmen übernommen - so viele wie nie zuvor.

msc/dpa/Reuters
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