Übernahmen Diebold bietet für Wincor Nixdorf

Die Anteilseigner von Wincor Nixdorf können sich über einen üppigen Wertgewinn ihrer Aktien freuen. Grund ist das Übernahmeangebot des US-Konkurrenten Diebold.

Wincor-Nixdorf-Stammsitz in Paderborn: Deutlicher Kurssprung

Wincor-Nixdorf-Stammsitz in Paderborn: Deutlicher Kurssprung


Der Geldautomaten-Hersteller Wincor Nixdorf steht vor einer Milliardenübernahme durch den US-Konkurrenten Diebold. Wie das Paderborner Unternehmen am Samstag mitteilte, wurden bereits vor drei Wochen Eckpunkte über einen möglichen Zusammenschluss vereinbart.

Das US-Unternehmen bietet den Wincor-Nixdorf-Aktionären 52,50 Euro je Aktie. Dies ist ein satter Aufschlag zum Kursschluss der Wincor-Nixdorf-Aktie vom vergangenen Freitag von 38,90 Euro Chart zeigen. Am Montagmorgen gewannen die Papiere vorbörslich noch einmal fast 25 Prozent auf 48,50 Euro hinzu. Ein Händler sah noch jede Menge Luft nach oben. Bei 33 Millionen Aktien entspricht das Angebot einer Bewertung von Wincor Nixdorf in Höhe von rund 1,7 Milliarden Euro.

Spekulationen um eine mögliche Übernahme von Wincor Nixdorf hatte es seit Monaten gegeben. Diebold Chart zeigen mit Sitz in North Canton (Ohio) ist ein Hersteller von Hard- und Softwaresystemen für Selbstbedienungsautomaten. Die US-Firma stellt etwa Geldautomaten oder Scannerkassen her und hat rund 16.000 Beschäftigte.

Mit dem Zusammenschluss könne die Digitalisierung in der Bankenbranche vorangetrieben werden, wie es in Konzernkreisen hieß. Wincor ist stark in Europa, Diebold in den USA. Der Paderborner Konzern kämpft seit Jahren mit einer schwachen Nachfrage vor allem nach Geldautomaten. Die Kreditbranche hält sich seit Langem mit Investitionen in neue Technik zurück.

Wincor Nixdorf hatte bereits ein Sanierungsprogramm gestartet. Dazu gehört auch ein Stellenabbau. Von rund 9200 Arbeitsplätzen sollen rund 1100 Jobs gestrichen werden, davon 500 in Deutschland, wie das Unternehmen im April bekannt gegeben hatte. Außerdem will Wincor Nixdorf die Kosten massiv senken und die Kapazitäten besonders im schwach laufenden Hardware-Geschäft anpassen, etwa bei der Herstellung von Geldautomaten. Das Geschäft mit Software und IT-Services soll beschleunigt werden.

In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2014/2015 waren Umsatz sowie operatives Ergebnis bei Wincor Nixdorf deutlich zurückgegangen. Die Erlöse sanken um zwei Prozent auf 1,76 Milliarden Euro, das operative Ergebnis verringerte sich wegen Kosten für die Restrukturierung um mehr als die Hälfte auf 40 Millionen Euro.

mik/dpa-AFX



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