Industrielle Fischzucht Algen sorgen für massenhaftes Lachssterben in Chile

Etwa ein Viertel der weltweiten Lachsproduktion kommt aus Chile. Nun sind dort 4200 Tonnen Fisch verendet. Laut Umweltschützern wurde den Tieren die Überdüngung zum Verhängnis.
Lachs in einer Fischfabrik in Puerto Montt in Chile: 26 Prozent der weltweiten Produktion kommen aus dem Land

Lachs in einer Fischfabrik in Puerto Montt in Chile: 26 Prozent der weltweiten Produktion kommen aus dem Land

Foto: Alvaro Vidal / REUTERS

Umweltschützer kritisieren die industrielle Lachszucht schon länger, jetzt bekommen sie neue Argumente: Durch massenhaftes Algenwachstum sind in Chile mehr als 4200 Tonnen Lachs in Zuchtbetrieben verendet.

18 Zuchtbetriebe im Süden des südamerikanischen Landes sind betroffen, wie die chilenische Fischerei- und Aquakulturbehörde mitteilte. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace machte die Umweltverschmutzung durch die Lachsfarmen für das Phänomen verantwortlich. Rund 26 Prozent der weltweiten Lachsproduktion kommen aus Chile.

Für das Massensterben wird die Blüte bestimmter Algenarten verantwortlich gemacht. Das massenhafte Wachstum der Pflanzen reduziert den Sauerstoffgehalt im Wasser, wodurch die Lachse ersticken.

Bereits im Jahr 2016 hatte es in Chile ein Massensterben gegeben, bei dem 40.000 Tonnen Lachs verendeten. Chile ist nach Norwegen der zweitgrößte Lachsproduzent der Welt.

Aquakultur in Chile (Symbolbild)

Aquakultur in Chile (Symbolbild)

Foto: Daniel Ferreira-Leites Ciccarino / imago images

»Es ist unbestreitbar, dass diese Krisen durch die Verschmutzung durch die Lachszucht entstehen«, sagte Greenpeace-Sprecher Mauricio Ceballos. Ammonium und Harnstoff aus den Lachsfarmen würden in Fjorden oder Gewässern mit wenig Zirkulation die Blüte der gefährlichen Algenarten verstärken.

Die Lachsindustrie selbst macht den Klimawandel für das Phänomen verantwortlich.

mic/AFP
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