»2022 schon fast ausverkauft« VW-Tochter Lamborghini will Produktion erhöhen

Lamborghini konnte im vergangenen Jahr deutlich mehr Autos ausliefern als noch 2020. Laut Konzernchef Winkelmann dürfte sich an der starken Nachfrage auch in naher Zukunft wenig ändern – trotz Chipkrise.
Lamborghini: »Wir sind bei ungefähr einem Jahr Auftragsvorlauf«

Lamborghini: »Wir sind bei ungefähr einem Jahr Auftragsvorlauf«

Foto: HANDOUT / LAMBORGHINI / AFP

Die italienische VW-Tochter Lamborghini will nach den Rekordverkäufen 2021 in diesem Jahr die Produktion erhöhen. »Wir sind in der glücklichen Situation, dass wir 2022 schon fast ausverkauft sind. Wir sind bei ungefähr einem Jahr Auftragsvorlauf«, sagte Lamborghini-Chef Stephan Winkelmann der »Automobilwoche«. »Wir sind gerade dabei zu prüfen, ob wir die Produktion steigern und hier noch etwas zulegen können, um die Wartezeit für die Kunden nicht über ein Jahr hinaus anwachsen zu lassen.«

Dank bevorzugter Chip-Zuteilung im Volkswagen-Konzern kann der Luxuswagen-Hersteller auch produzieren, wie die »Automobilwoche« berichtete. Bei der Erhöhung der Produktion geht es laut Winkelmann »aufs Jahr gesehen« um »vielleicht ein paar Hundert Einheiten.«

Lamborghini lieferte im vergangenen Jahr 8405 Autos aus, das waren 13 Prozent mehr als 2020. »Wenn sich nichts Negatives ergibt in den nächsten Monaten, wird auch 2022 wieder ein tolles Jahr, in dem wir sehr gut abschneiden könnten«, sagte Winkelmann der Fachzeitschrift.

VW gerät wegen des Chipmangels unter Druck

2023 will Lamborghini ein Hybrid-Modell herausbringen, Ende 2024 ein vollelektrisches Modell. Die komplette Umstellung auf Elektroautos soll in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts erreicht sein.

Trotz der Chipkrise in der Branche kann Lamborghini gute Zahlen vermelden. Das gilt nicht für alle Autohersteller, und insbesondere nicht für die Großserienhersteller. Vor allem VW gerät wegen des Mangels immer mehr unter Druck. Im November rutschten die weltweiten Auslieferungen des größten europäischen Autobauers um 31,5 Prozent auf 616.300 Fahrzeuge ab, wie das Dax-Unternehmen noch im Dezember mitgeteilt hatte.

Im November lieferten sowohl die Kernmarke VW Pkw als auch Audi und Skoda jeweils gut ein Drittel weniger Autos aus als ein Jahr zuvor. Bei Seat war ein Minus von gut einem Fünftel, genau wie bei den leichten Nutzfahrzeugen. Von den bedeutenden Marken konnte lediglich Porsche die Zahlen mit einem kleinen Minus von 0,3 Prozent in etwa stabil halten. Der Sportwagenbauer ist die Renditemaschine im Konzern. Die Schwere-Nutzfahrzeuge-Marken MAN und Scania verzeichneten Rückgänge im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich.

bam/AFP