Drogerie-Erbe in Gefängnis Spandau Lars Schlecker verbüßt Freiheitsstrafe im offenen Vollzug

Lars Schlecker hat seine Freiheitsstrafe in Spandau angetreten - darf aber tagsüber seiner Arbeit außerhalb des Gefängnisses nachgehen.
Lars Schlecker während des Prozesses 2017

Lars Schlecker während des Prozesses 2017

Foto: Thomas Lohnes/ Getty Images

Der Sohn des einstigen Drogeriemarkt-Unternehmers Anton Schlecker, Lars Schlecker, verbüßt seine Gefängnisstrafe in Berlin. Er habe die Haft im offenen Vollzug am Montag angetreten, das bestätigten Justizkreise der Nachrichtenagentur dpa. Zuvor hatten auch die "Berliner Zeitung" und der "Berliner Kurier" berichtet.

Bisher waren die Umstände von Schleckers Haftantritt ebenso unbekannt gewesen, wie der genaue Ort, an dem er seit Anfang der Woche seine Strafe verbüßt.

Lars Schleckers Schwester Meike ist nach Angaben der Staatsanwaltschaft Stuttgart noch nicht in Haft. Beide wurden vor wenigen Wochen zum Haftantritt geladen. Sie waren im April in letzter Instanz vom Bundesgerichtshof zu jeweils zwei Jahren und sieben Monaten Haft verurteilt worden.

Beide Kinder von Anton Schlecker wurden wegen Untreue, Insolvenzverschleppung, Bankrott und Beihilfe zum Bankrott ihres Vaters verurteilt. Schlecker, einst die größte Drogeriemarktkette Europas, hatte im Januar 2012 Insolvenz angemeldet. Eine Rettung schlug fehl, Tausende Mitarbeiter verloren ihre Jobs.

Lars und Meike Schlecker hatten gegen Urteile des Landgerichts Stuttgart Revision eingelegt. Der Bundesgerichtshof hatte diese zurückgewiesen, verkürzte allerdings die Dauer ihrer Strafen.

Nach Informationen von "Berliner Zeitung" und "Berliner Kurier" ist der Schlecker-Sohn in der Spandauer Teilanstalt Hakenfelde des offenen Männervollzugs untergebracht. Im offenen Vollzug können Gefangene tagsüber auch "draußen" arbeiten, wenn sie eine Stelle haben.

beb/dpa
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