Aroma-Hersteller Lebensmittelprüfer untersuchen Ritter-Sport-Lieferanten

In den Streit zwischen Ritter Sport und Stiftung Warentest hat sich die Lebensmittelüberwachung eingeschaltet. Laut einem Medienbericht nahmen Prüfer beim Aromenhersteller Symrise in Holzminden Proben.
Symrise-Mitarbeiterin: Streit über Aroma Piperonal

Symrise-Mitarbeiterin: Streit über Aroma Piperonal

Foto: Peter Steffen/ picture-alliance/ dpa

Hamburg - Lebensmitteltester des Landkreises Holzminden haben die Produktion des Aromenherstellers Symrise überprüft. Das berichtet "Handelsblatt Online". "Am Mittag sind Proben genommen werden", sagte ein Symrise-Sprecher der Nachrichtenseite. "Das ist kein Problem für uns. Wir begrüßen die Prüfung durch eine weitere Stelle."

Die Untersuchung gehe auf ein Amtshilfeersuchen des Landkreises Böblingen zurück, berichtet "Handelsblatt Online" weiter. Die Behörde wolle die Vorwürfe gegen den Schokoladenhersteller Alfred Ritter prüfen lassen. Die Prüfer wollen sich demnach vor Ort zeigen lassen, wie das Aroma hergestellt wird, oder Produktionsunterlagen einsehen.

Hintergrund ist ein Streit des Ritter-Sport-Lieferanten mit der Stiftung Warentest. Vor zwei Wochen hatten die Produkttester ihr Urteil über mehrere Nussschokoladen veröffentlicht. Dabei verpassten sie der Ritter-Sport-Schokolade die Note "mangelhaft". Der Grund: Die Kennzeichnung "natürliches Aroma" sei irreführend, weil es sich um chemisch hergestellte Aromastoffe handle.

Ritter Sport und der Aromenhersteller Symrise weisen das zurück. Ihnen zufolge handelt es sich bei dem verwendeten Piperonal um ein Aroma natürlichen Ursprungs. Piperonal kommt unter anderem in Pflanzen wie Pfeffer oder Dill vor. Vor Gericht gab Symrise sogar die eidesstattliche Versicherung ab, das Aroma sei natürlichen Ursprungs. Dabei legte das Unternehmen auch sein Herstellungsverfahren offen.

Ritter Sport hatte daraufhin beim Landgericht München eine einstweilige Verfügung gegen die Behauptung erwirkt, das Unternehmen habe den "chemisch hergestellten Aromastoff" verwendet. Doch der Streit geht trotz der richterlichen Entscheidung auch auf juristischer Eben weiter: Die Stiftung Warentest werde Widerspruch gegen die einstweilige Verfügung einlegen, sagte Warentest-Sprecherin Heike van Laak.

cte/vks/dpa
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