Aroma-Hersteller Lebensmittelprüfer untersuchen Ritter-Sport-Lieferanten

In den Streit zwischen Ritter Sport und Stiftung Warentest hat sich die Lebensmittelüberwachung eingeschaltet. Laut einem Medienbericht nahmen Prüfer beim Aromenhersteller Symrise in Holzminden Proben.

Symrise-Mitarbeiterin: Streit über Aroma Piperonal
DPA

Symrise-Mitarbeiterin: Streit über Aroma Piperonal


Hamburg - Lebensmitteltester des Landkreises Holzminden haben die Produktion des Aromenherstellers Symrise überprüft. Das berichtet "Handelsblatt Online". "Am Mittag sind Proben genommen werden", sagte ein Symrise-Sprecher der Nachrichtenseite. "Das ist kein Problem für uns. Wir begrüßen die Prüfung durch eine weitere Stelle."

Die Untersuchung gehe auf ein Amtshilfeersuchen des Landkreises Böblingen zurück, berichtet "Handelsblatt Online" weiter. Die Behörde wolle die Vorwürfe gegen den Schokoladenhersteller Alfred Ritter prüfen lassen. Die Prüfer wollen sich demnach vor Ort zeigen lassen, wie das Aroma hergestellt wird, oder Produktionsunterlagen einsehen.

Hintergrund ist ein Streit des Ritter-Sport-Lieferanten mit der Stiftung Warentest. Vor zwei Wochen hatten die Produkttester ihr Urteil über mehrere Nussschokoladen veröffentlicht. Dabei verpassten sie der Ritter-Sport-Schokolade die Note "mangelhaft". Der Grund: Die Kennzeichnung "natürliches Aroma" sei irreführend, weil es sich um chemisch hergestellte Aromastoffe handle.

Ritter Sport und der Aromenhersteller Symrise weisen das zurück. Ihnen zufolge handelt es sich bei dem verwendeten Piperonal um ein Aroma natürlichen Ursprungs. Piperonal kommt unter anderem in Pflanzen wie Pfeffer oder Dill vor. Vor Gericht gab Symrise sogar die eidesstattliche Versicherung ab, das Aroma sei natürlichen Ursprungs. Dabei legte das Unternehmen auch sein Herstellungsverfahren offen.

Ritter Sport hatte daraufhin beim Landgericht München eine einstweilige Verfügung gegen die Behauptung erwirkt, das Unternehmen habe den "chemisch hergestellten Aromastoff" verwendet. Doch der Streit geht trotz der richterlichen Entscheidung auch auf juristischer Eben weiter: Die Stiftung Warentest werde Widerspruch gegen die einstweilige Verfügung einlegen, sagte Warentest-Sprecherin Heike van Laak.

cte/vks/dpa

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Seite 1
niska 02.12.2013
1.
Zitat von sysopDPAIn den Streit zwischen Ritter Sport und Stiftung Warentest hat sich die Lebensmittelüberwachung eingeschaltet. Laut einem Medienbericht nahmen Prüfer beim Aroma-Hersteller Symrise in Holzminden Proben. Lebensmittelprüfer überprüfen Ritter-Sport-Lieferanten Symrise - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/lebensmittelpruefer-ueberpruefen-ritter-sport-lieferanten-symrise-a-936779.html)
Es handelt sich laut Ritter Sport und Symrise nicht nur um Aroma natürlichen Ursprungs, sondern eben auch um auf naturliche (nichtchemische) Art hergestelltes Aroma.
Bert_Panik 02.12.2013
2. Warum ist Pfeffer dann nicht verboten?
"Ritter Sport und ... Aromenhersteller Symrise ... zufolge handelt es sich bei dem verwendeten Piperonal um ein Aroma natürlichen Ursprungs. Piperonal kommt unter anderem in Pflanzen wie Pfeffer oder Dill vor." Wikipedia sagt: Der Name Piperonal stammt von der erstmaligen Synthese, welche von dem Pfefferinhaltsstoff Piperin ("Piperyl-Piperidin") ausging. Die durch Zerfall von Piperin entstandene Piperinsäure produzierte nach einer Umsetzung mit Kaliumpermanganat in alkalischer Lösung Piperonal. Piperonal ist in größeren Mengen halluzinogen und wird in Anhang I zum Übereinkommen der Vereinten Nationen gegen den unerlaubten Verkehr mit Suchtstoffen und psychotropen Stoffen von 1988 als Vorläuferstoff aufgeführt. In der illegalen Drogenproduktion wird Piperonal für die Herstellung von MDA und MDMA (Ecstasywirkstoff) benutzt (Drogenausgangsstoff).[9] In der Europäischen Union sind Herstellung, Handel, Einfuhr, Ausfuhr, Veräußerung, Abgabe, Inverkehrbringen und Erwerb von Piperonal ohne eine spezielle Erlaubnis des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) verboten und strafbar.
bcpmoon1 02.12.2013
3. Ist doch ganz einfach...
Man muss nur die C-Isotopenverteilung bestimmen, dann weiss man genau, ob das Piperonal aus Erdöl oder einer Pflanze kommt, man kann sogar die Art eingrenzen. Die Stiftung Warentest hätte einfach ein paar Tonnen Schoki kaufen und extrahieren müssen. Voilá. P.S.: Ich tippe immer noch auf einen Fermenter als Quelle.
z_beeblebrox 02.12.2013
4.
Zitat von niskaEs handelt sich laut Ritter Sport und Symrise nicht nur um Aroma natürlichen Ursprungs, sondern eben auch um auf naturliche (nichtchemische) Art hergestelltes Aroma.
Mag sein, doch genau das ist kaum bis gar nicht mehr zu unterscheiden. Die synthetischen Stoffe sind heute so exakt, dass sie mindestens so gut wie die natürlichen Aromen sind. Wenn ich mir allerdings DAS durchlese, sehe ich, wie ganze Konsumentenscharen bewusst getäuscht werden sollen: "BrewTopia® erlaubt, mit einem einzigen Basissud und der Zugabe innovativer Aromen eine komplett unterschiedliche Typisierung des Bieres wie Lager, Stout oder Pils vorzunehmen – und das ohne Geschmacksverluste.... Während der dreijährigen Entwicklungsphase von BrewTopia® konnte Symrise völlig neue Moleküle identifizieren und isolieren, die nun eingesetzt werden. * Deklaratorisch* reicht die Range der eingesetzten Aromen von naturidentisch und natürlich bis zu FTNS (= from the named source) Flavors, die direkt aus dem Bierbrauprozess stammen." siehe: BrewTopia® - www.symrise.com (http://www.symrise.com/de/flavor-nutrition/marken/brewtopiar/) Und das Ergebnis dieser Panscherei lässt sich hier bestens nachvollziehen: ZDFzoom: Hopfen und Malz verloren (http://www.youtube.com/watch?v=f3Z_iVtL_qw) Von wegen Deutsches Reinheitsgebot - selbst das, was früher im Prit-Klebestift drin war, kommt heute beim Bierbrauen zum Einsatz: Polyvinylpyrrolidon (http://de.wikipedia.org/wiki/Polyvinylpyrrolidon) Das ist Chemie pur! Na dann Prost!
thomweb 02.12.2013
5. Der Schaden ist angerichtet!
Ritter Sport war mal eine nette, interessante, gute Firma mit leckeren Produkten. Seit Ende November 2013 ist Ritter Sport eine durch und durch böse Firma. Denn Ritter Sport geht mit unendlicher juristischer Brachialgewalt gegen die wahrheitsgemäße Berichterstattung über die Produkte von Ritter Sport vor. Ritter Sport investiert Millionen in seine Anwälte, um die Stiftung Warentest im totalen Krieg zu vernichten. Die Botschaft ist klar: Wer es wagen sollte, schlecht über Ritter Sport zu reden, der wird vernichtet! DAS ist die Botschaft der vergangenen Woche. Ritter Sport hat sich bewusst dazu entschieden, als böse angesehen zu werden. Was nun an Ermittlungen stattfindet, das interessiert niemanden mehr. Ich selbst und meine Familie kaufen niemals mehr etwas von Ritter Sport. Und das ist ein dreistelliger Jahresumsatz, der Ritter Sport verloren geht. Damit haben Juristen und Marketingfachleute bei mir exakt das Ziel erreicht, dass sie erreichen wollten.
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