Lebensversicherungen Allianz kürzt Zinsen

Kunden deutscher Lebensversicherer müssen sich erneut auf geringere Renditen einstellen. Die Allianz senkte die Überschussbeteiligung bei klassischen Verträgen auf 2,8 Prozent.

Senioren auf einer Parkbank: Lebensversicherer kürzen die Rendite
DPA

Senioren auf einer Parkbank: Lebensversicherer kürzen die Rendite


Deutschlands größter Lebensversicherer Allianz streicht die Überschussbeteiligung seiner Lebens- und Rentenversicherung weiter zusammen. Bei den klassischen Verträgen sinke die laufende Verzinsung aus Garantiezins und Überschüssen im Jahr 2017 auf 2,8 Prozent, teilte die Allianz Chart zeigen am Dienstag in Stuttgart mit. Für 2016 bekommen die Kunden bei den klassischen Verträgen auf den Sparanteil ihrer Beiträge noch 3,1 Prozent gutgeschrieben.

Die laufende Verzinsung bei den klassischen Lebensversicherungen setzt sich aus Garantiezins und Überschussbeteiligung der Versicherer zusammen. Der vom Bundesfinanzministerium festgesetzte Garantiezins soll im kommenden Jahr weiter abgesenkt werden. Zum 1. Januar 2017 sinkt er von aktuell 1,25 Prozent auf 0,9 Prozent. Wer einen alten Vertrag mit einem noch höheren Garantiezins hat, dem ist die dort genannte Verzinsung aber nach wie vor sicher.

Hohe Zinsen galten jahrelang als Argument für den Altersvorsorgeklassiker Lebensversicherung. Allerdings sind für die Lebensversicherer die hohen Zinsversprechen in Altverträgen von bis zu vier Prozent angesichts der andauernden Niedrigzinsen ein Problem. Sie können die Zinsen an den Kapitalmärkten kaum erwirtschaften. Ihr Stellhebel ist die Überschussbeteiligung.

Nach Schätzungen der Ratingagentur Assekurata sind die Allianz-Kunden aber mit ihren klassischen Produkten noch gut bedient: Der Branchendurchschnitt werde bei rund 2,6 Prozent liegen.

beb/dpa/Reuters



insgesamt 20 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
faehri_60 06.12.2016
1. Der Volksmund nennt es schlicht Betrug ...
Enteignung durch die Hintertür. Ob die Allianz auch damit einverstanden ist, wenn ein Familienvater nach einem (Zwangs)Arbeitsplatzwechsel in einen geringer entlohnten Arbeitsvertrag die Versicherungsprämien "anpasst"? Ich denke nicht. Unternehmen wird einfach die (Un-)"Rechtsgrundlage" angepasst und gut. Ob den Versicherten die Altersversorgung wegbricht ist dabei zweitrangig! Wenn das als Vorbild zur Altersversorgung heutiger Beufseinsteiger dienen soll, dann gute Nacht! Fünfzig Jahre einzahlen bei ungewisser Auszahlung .. dann hau ichs lieber gleich auf den Kopf!
wastl300 06.12.2016
2. Ein Produkt zum Scheitern verurteilt
ein Leben lang einzahlen, und nach dem Tod ein Erbe für den Staat zu haben. Ist doch ein Supermodel.
marco_zentgraf 06.12.2016
3.
Zitat von faehri_60Enteignung durch die Hintertür. Ob die Allianz auch damit einverstanden ist, wenn ein Familienvater nach einem (Zwangs)Arbeitsplatzwechsel in einen geringer entlohnten Arbeitsvertrag die Versicherungsprämien "anpasst"? Ich denke nicht. Unternehmen wird einfach die (Un-)"Rechtsgrundlage" angepasst und gut. Ob den Versicherten die Altersversorgung wegbricht ist dabei zweitrangig! Wenn das als Vorbild zur Altersversorgung heutiger Beufseinsteiger dienen soll, dann gute Nacht! Fünfzig Jahre einzahlen bei ungewisser Auszahlung .. dann hau ichs lieber gleich auf den Kopf!
Jetzt aber mal locker bleiben... Enteignet wird niemand, der Garantie zins steht und Überschüsse sind nun mal nicht garantiert. Weiter fällt ständig die niedrige Inflation unter den Tisch. Ob man jetzt 2,8% bei 0,3% Inflation bekommt oder 6,3% bei 3,8% Inflation ist vollkommen egal... Wer mehr möchte muss ins Risiko, ist nun mal so.
Gruenz 06.12.2016
4. Wer heutzutage
sein Geld noch freiwillig an Versicherungsunternehmen gibt, dem ist eh nicht mehr zu helfen. Behaltet Euer Geld, legt es selbst auf die Seite und beschäftigt Euch 2-3h in der Woche mit Geld- und Finanzsystem, dann wisst Ihr Bescheid wie Ihr Euer Geld selbt verwaltet und sichert. Werdet Eure eigene Bank und Versicherung! Alle Versicherungen außer den gesetzlich vorgeschriebenen Zwangsversicherungen (um die kommt man nicht rum) sind überflüssig und dienen nur der Geldumverteilung vom Versicherten zu privaten Unternehmen, die fürstlich von Eurem sauer verdienten Geld leben und tolle Versprechungen machen. Sobald man sein Geld jemand anderem gibt, gibt man den Besitz auf und tauscht den vorhandenen, jeferzeit zugreifbaren Wert gegen eine Forderung an Fremde - und wenn die es Euch nicht mehr zurückgeben wollen oder können, ist es halt einfach weg... Passiert tausende male jeden Tag - und trotzdem wacht kaum jemand auf.
Nachdenkender 06.12.2016
5.
Tja, wenn man sich auf Versprechungen von Lebensversicherer oder Politiker verlässt ist nur eines garantiert: das man als Kunde/Verbraucher oder Wähler völlig überflüssig ist. Hauptsache die einen kriegen das Geld und die anderen die Macht, Gesetze so hinzubiegen, dass sie ihnen und den Wirtschaftsbossen nützt.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.