Legendäres Hollywood-Studio Metro-Goldwyn-Mayer steht vor Verkauf

Da helfen selbst regelmäßige Blockbuster wie "James Bond" nicht mehr. Das Hollywood-Studio Metro-Goldwyn-Mayer ist mit rund vier Milliarden Dollar hochverschuldet. Deshalb hofft die Filmfirma darauf, ihre Eigenständigkeit zu verlieren.

Firmenlogo: Der Löwe brüllt seit einigen Jahren deutlich seltener
AFP

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New York - Das Hollywood-Studio Metro-Goldwyn-Mayer (MGM), das Zuhause von James Bond, könnte sich angesichts einer drückenden Schuldenlast zum Verkauf stellen. MGM kündigte an, diverse Optionen bis hin zu einer Übernahme oder einer Fusion zu prüfen, wie unter anderem die "New York Times" und die Finanznachrichtenagentur Bloomberg am Wochenende unter Berufung auf eine Mitteilung des Studios berichteten. Das Studio kämpft mit einer Verschuldung von rund vier Milliarden Dollar.

Experten schätzten den MGM-Wert auf 1,5 bis drei Milliarden Dollar, schrieb die "New York Times". Das Wertvollste an dem Konzern neben den Bond-Rechten ist die Filmbibliothek mit mehr als 4000 Streifen, darunter "Rocky" oder "Manche mögen's heiß". Zuletzt produzierte MGM nur noch wenige Filme pro Jahr, die nächste Bond-Folge wird im Jahr 2011 erwartet.

Das traditionsreiche Studio gehört vor allem den Finanzinvestoren Providence Equity Partners und TPG Chart zeigen, die jeweils 29 und 21 Prozent halten. Darüber hinaus sind der Elektronik-Riese Sony Chart zeigen und der Kabelkonzern Comcast Chart zeigen mit jeweils 20 Prozent beteiligt. Sie hatten MGM vor rund fünf Jahren für fünf Milliarden Dollar gekauft.

Wie so oft bei Geschäften dieser Art, landete ein Großteil des Kaufpreises anschließend als Schulden in den Büchern des gekauften Unternehmens. Allein die Zinszahlungen beliefen sich auf 250 Millionen Dollar im Jahr, berichtete das "Wall Street Journal" im Sommer. Im August ersetzte MGM den Firmenchef überraschend durch eine Dreier-Spitze, zu der auch ein Sanierungsexperte gehört. Dies löste umgehend Spekulationen über geschäftliche Probleme aus.

böl/dpa-AFX



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