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16. Juni 2010, 09:05 Uhr

Lehman-Crash

Pleitemanager verspricht Gläubigern 22 Milliarden Dollar

Tausende Lehman-Gläubiger dürfen hoffen, einen Teil ihres Geldes wiederzubekommen: Laut "Wall Street Journal" plant der Insolvenzverwalter Abfindungen in Höhe von 22 Milliarden Dollar. Die Betroffenen sollen rasch über den Vorschlag abstimmen.

New York - Seit dem spektakulären Crash von Lehman Brothers sind bald zwei Jahre ins Land gezogen, doch noch immer sitzen Tausende Gläubiger auf ihren Forderungen. Jetzt endlich bahnt sich in dem Schuldenstreit eine Lösung an: Die inzwischen aufgelöste US-Investmentbank soll ihren Gläubigern 22 Milliarden Dollar zahlen.

Man werde einen entsprechenden Vorschlag am Mittwoch vorstellen, sagte Steven Pearson, Partner der Unternehmensberatung PricewaterhouseCoopers (PwC), dem "Wall Street Journal". PwC ist der europäische Insolvenzverwalter von Lehman Brothers.

Die Mittel sollen 2011 ausgezahlt werden, sagte ein PwC-Partner. Es könne allerdings mehrere Jahre dauern, bis die einzelnen Gläubiger ihre Ansprüche geltend gemacht haben. Der Plan sei "ziemlich avantgardistisch", sagte Pearson.

PwC wolle die 6500 Gläubiger - meistens Banken oder Versicherer - nun kontaktieren und um ihre Zustimmung zu dem Plan werben. Auf Gläubigerversammlungen im Sommer in London und New York soll darüber informiert werden, die Abstimmung über den Plan soll im vierten Quartal erfolgen.

Der PwC-Partner sprach laut der Zeitung davon, dass der Plan nur mit einer breiten Unterstützung der Gläubiger umgesetzt werde - also mit einer Zustimmung von "rund 90 Prozent". Bei einer Ablehnung müsse der Insolvenzverwalter über jeden angemeldeten Anspruch der Gläubiger einzeln entscheiden.

Nach dem Lehman-Crash im September 2008 waren weltweit rund 80 Töchter der US-Investmentbank abgewickelt worden.

ssu/ddp

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