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08. Dezember 2010, 21:13 Uhr

Lehman-Panne

KfW einigt sich mit ehemaligem Vorstand

Einigung im Fall der skurrilen Lehman-Überweisungspanne: Ein führender Ex-Manager der KfW verzichtet auf seine Gehaltsansprüche und erhält auch keine Abfindung. Er hatte noch am Tag der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers rund 320 Millionen Euro überwiesen.

Frankfurt am Main - Mehr als zwei Jahre nach der Millionenüberweisung der KfW-Bankengruppe an die US-Pleitebank Lehman Brothers hat sich die Frankfurter Staatsbank mit einem ehemaligen Vorstandsmitglied geeinigt. Der für die Pannen-Überweisung in Höhe von 320 Millionen Euro mitverantwortliche Vorstand Detlef Leinberger erhält keine Abfindung und verzichtet auf Teile seiner vertraglichen Gehalts- und Versorgungsansprüche, um einen Ausgleich auf den entstandenen Schaden zu leisten, teilte die KfW am Mittwochabend im Anschluss an eine Verwaltungsratsitzung mit. Er habe damit jedoch nicht eingeräumt, den Schaden verursacht zu haben.

Die KfW hatte am Morgen des 15. September 2008 in einem Devisengeschäft knapp 320 Millionen Euro an Lehman überwiesen, obwohl die US-Investmentbank bereits in die Insolvenz gerutscht war. Das Geld ging in der Insolvenzmasse auf. Im Zuge des Insolvenzverfahrens bei Lehman erhielt die KfW später wieder 200 Millionen Euro zurück. Das Frankfurter Finanzinstitut war nach der Panne als "dümmste Bank Deutschlands" verspottet worden.

Der KfW-Verwaltungsrat aus Bund und Ländern hatte deshalb zwei Vorstandsmitglieder entlassen - Leinberger und seinen Kollegen Peter Fleischer, mit dem noch keine Einigung erzielt werden konnte. Über dessen Vergütungsansprüche streitet die Bank weiter vor dem Landgericht Frankfurt am Main.

In erster Instanz hatten Gerichte den beiden Entlassenen Gehaltsnachzahlungen und Prämien in jeweils sechsstelliger Höhe zugesprochen. Die Staatsanwaltschaft hatte im September strafrechtliche Untreue-Ermittlungen gegen den damaligen fünfköpfigen Bankvorstand und einen Bereichsleiter eingestellt.

luk/dpa

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