Leipzig-Berlin-Rostock Bahn-Konkurrent Veolia stellt Fernzug Interconnex ein

Der Fernbus-Markt boomt, der Preiskampf wird härter. Jetzt gibt sich der französische Konzern Veolia geschlagen - und schafft den Interconnex-Zug von Leipzig über Berlin nach Rostock ab.
Interconnex-Zug in Leipzig: Untragbare Verluste

Interconnex-Zug in Leipzig: Untragbare Verluste

Foto: Hendrik Schmidt/ dpa

Berlin - Rund zwölf Jahre lang lieferte sich der Großkonzern Veolia einen harten Kampf mit der Deutschen Bahn. Seit März 2002 betreibt das französische Unternehmen den ersten privaten Fernzug in Deutschland: den Interconnex auf der Strecke Leipzig-Berlin-Rostock. Doch nach Unternehmensangaben rechnet sich die Verbindung nun nicht mehr und soll deshalb ab Dezember eingestellt werden.

Grund sei neben den ständig gestiegenen Trassengebühren die neue Konkurrenz der Fernbusse. Die Verluste angesichts der ständig zurückgehenden Fahrgastzahlen seien nicht mehr zu tragen.

Der Lobbyverband "Allianz pro Schiene" kritisiert, dass Fernbusse anders als Lastwagen keine Maut auf den Autobahnen zahlen müssten. Dies verzerre den Wettbewerb zusätzlich. "Solange Fernbusse von der Politik künstlich billig gehalten und von der Mautpflicht befreit bleiben, wird auch kein neuer Anbieter auf der Schiene diesen ruinösen Preiskampf aufnehmen können", sagte Geschäftsführer Dirk Flege.

HKX will Strecke Hamburg-Köln beibehalten

In Deutschland wurde 2013 der Fernbus-Markt freigegeben, der bis dahin zum Schutz der Schiene stark eingeschränkt war. Dies hat einen Boom von Unternehmensgründungen und neuen Streckenangeboten ausgelöst, unter dem auch die Deutsche Bahn leidet: 2013 verlor die Bahn rund 40 Millionen Euro Umsatz an die junge Konkurrenz. Für dieses Jahr fürchtet das Bundesunternehmen sogar, bis zu 120 Millionen Euro Umsatz einzubüßen - und schreckt deshalb vor Preiserhöhungen im Fernverkehr weitgehend zurück.

Zuletzt musste auch das erste Fernbus-Unternehmen dem verschärften Wettbewerb weichen. Die Firma City2City stellte den Betrieb ein.

Die Bahn ist im Zugfernverkehr nahezu Monopolist. Als Konkurrent bleibt jetzt nur der Anbieter HKX. "HKX hat nicht vor, den Betrieb auf seiner Stammstrecke zwischen Hamburg und Köln einzustellen", versicherte eine Sprecherin in Köln. Das Unternehmen streicht jedoch Ende Oktober einige Fahrten am Freitag und Samstag, wie es vergangene Woche angekündigt hatte. Der Deutschen Bahn will der HKX-Hauptgesellschafter RDC Deutschland (Railroad Development Corporation) künftig den Sylt-Shuttle abnehmen.

bos/dpa/Reuters
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