Autozulieferer Betrüger prellen Leoni um 40 Millionen Euro

Der Autozulieferer Leoni ist nach eigenen Angaben Opfer eines millionenschweren Betrugs geworden. Die Täter seien besonders raffiniert vorgegangen und hätten gefälschte Dokumente und Identitäten benutzt.
Leoni-Sitz in Nürnberg (Archivfoto)

Leoni-Sitz in Nürnberg (Archivfoto)

Foto: Daniel Karmann/ dpa

Cyberkriminelle haben beim Nürnberger Automobilzulieferer Leoni etwa 40 Millionen Euro erbeutet. Das Unternehmen teilte mit, es habe am Freitag entdeckt, dass es "Opfer betrügerischer Handlungen" geworden sei. Dadurch seien Gelder des Unternehmens ins Ausland transferiert worden. Das Schaden belaufe sich auf etwa 40 Millionen Euro. Die IT-Infrastruktur und die Datensicherheit seien nicht betroffen.

Die Täter nutzten demnach "gefälschte Dokumente und Identitäten", um über "elektronische Kommunikationswege" an das Geld zu kommen. Der Vorstand lasse die Vorfälle nun untersuchen und prüfe derzeit Schadenersatz- und Versicherungsansprüche, teilte das Unternehmen mit. Zudem erstattete es Anzeige bei der Kriminalpolizei.

Ein Sprecher wollte sich auf Nachfrage der Nachrichtenagentur dpa wegen laufender Ermittlungen nicht zu weiteren Details äußern. Aus dem Firmenumfeld hieß es, jemand habe sich als Leoni-Mitarbeiter ausgegeben und behauptet, "besondere Befugnisse zu haben". Auf diese Weise habe er "bestimmte Geschäftsvorgänge vorbereiten" lassen. Das Besondere sei dabei nicht das Vorgehen der Betrüger an sich, "sondern die Höhe des Schadens", hieß es.

Das Vorgehen der Täter entspricht der sogenannten Chef-Masche, mit der Unbekannte bereits in den vergangenen Monaten andere Unternehmen um große Beträge erleichtert hatten.

In welchem Umfang sich der Schaden auf die Bilanz für das laufende Jahr auswirke, kann nach Angaben der Firma derzeit noch nicht abgeschätzt werden. Die Liquidität des Konzerns sei jedoch "nicht wesentlich beeinträchtigt".

Leoni stellt Drähte, optische Fasern, Kabel und Kabelsysteme her. Die Produkte werden nicht nur in der Automobilindustrie verwendet, sondern unter anderem auch bei der Produktion von Elektrogeräten oder in Windkraftanlagen.

asa/AFP/dpa/Reuters
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