Pralinen und Schokolade Leysieffer meldet Insolvenz an

Der Osnabrücker Süßwarenhersteller Leysieffer ist laut Zeitungsberichten zahlungsunfähig. Der Confiseriehersteller mit Cafés und Geschäften in exklusiven Lagen will sich in Eigenregie sanieren.

Leysieffer-Geschäft am Berliner Ku'damm
STPP/ imago images

Leysieffer-Geschäft am Berliner Ku'damm


110 Jahre nach seiner Gründung hat der Pralinen- und Schokoladenhersteller Leysieffer Insolvenz angemeldet. Das berichten die "Neue Osnabrücker Zeitung" ("NOZ") und das "Handelsblatt" übereinstimmend. Laut "NOZ", die zuerst über die Insolvenz berichtet hatte, sind 350 Mitarbeiter betroffen, davon rund ein Drittel am Stammsitz. Das Unternehmen habe ein Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Die Geschäfte liefen uneingeschränkt weiter.

Als Sanierungsexperte werde der Rechtsanwalt Joachim Walterscheid aus Bad Oeynhausen die Firma durch das Verfahren führen, teilte Leysieffer laut "NOZ" mit. Über die Gründe für die Zahlungsunfähigkeit schweige sich das Unternehmen allerdings aus. Dem "Handelsblatt" gab Walterscheid jedoch Hinweise, indem er sagte, dass über lange Zeit erfolgreiche Unternehmen "manchmal etwas unbeweglich" würden. Alle Kosten kämen nun auf den Prüfstand.

Trotz des Engagements Walterscheids bleibe der seit 2003 amtierende Geschäftsführer Jan Leysieffer jedoch im Amt und sei "voll handlungsfähig", wie es der "NOZ" zufolge in der Mitteilung weiter heißt. Die Löhne der Mitarbeiter seien bis Ende Mai durch das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit (BA) gesichert, sie seien auf einer Betriebsversammlung über die Situation informiert worden.

Leysieffer wurde im Jahr 1909 gegründet und ist durch die Herstellung von Schokoladen und Pralinen bekannt geworden. Das Unternehmen betreibt zudem Bistros, Cafés und Confiserien in exklusiven Lagen - in Metropolen wie Hamburg, Berlin und München, aber auch auf der Nobelinsel Sylt.

fdi

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