Kryptowährung von Facebook Paypal steigt bei Libra aus

2020 will Facebook seine Digitalwährung Libra auf den Markt bringen - doch die Kritik reißt nicht ab. Nun hat Paypal seine Beteiligung an dem Prestigeprojekt beendet.

Paypal sollte ein namhafter Partner bei Facebooks geplanter Kryptowährung Libra sein. Doch nun hat der Onlinebezahldienst nach US-Börsenschluss am Freitag bestätigt, dass er aus dem Projekt aussteigt und seine Beteiligung aufgibt. Zuvor kursierten bereits Gerüchte über einen Rückzug.

Facebooks Digitalwährung soll von der Libra-Stiftung mit Sitz in der Schweiz verwaltet werden. Gegen die Einführung gibt es jedoch verschiedene Bedenken.

Facebook hatte jüngst Vorbehalte von Aufsehern zurückgewiesen, wonach Libra in die Hoheit von Notenbanken eingreifen könnte. Bei der Digitalwährung werde kein neues Geld ausgegeben. Einige Staaten, darunter die sieben größten Industrienationen, befürchten allerdings, sie könnten ihr Geldmonopol an private Unternehmen verlieren.

Facebook will die Digitalwährung nach bisheriger Planung im kommenden Jahr einführen. Libra könnte als System für schnelle internationale Überweisungen fungieren. Politiker und Regulierer befürchten deshalb jedoch auch, dass der Fonds angesichts der enormen Nutzerzahlen von Facebook zu Verwerfungen auf den Geldmärkten führen könnte.

Ob die regulatorischen Bedenken ein Grund für Paypals Ausstieg sind, ist nicht bekannt. Das Unternehmen äußerte sich nur vage zu den Beweggründen. Man wolle sich auf die bisherigen Aufgaben und geschäftlichen Prioritäten fokussieren, hieß es in einer Mitteilung lediglich. Paypal betonte jedoch, Libra trotz des Ausstiegs weiter "unterstützend" begleiten zu wollen.

Weitere Partner überdenken offenbar ihre Beteiligung

Die Libra-Stiftung stellte nach dem Paypal-Ausstieg fest, alle Beteiligten müssten die Risiken und Nutzen der Teilnahme an der Digitalwährung selbst abwägen. Es sei besser, von mangelndem Engagement jetzt zu erfahren als später, sagte ein Sprecher dem "Wall Street Journal".

Facebook hatte bei der Vorstellung im Sommer gut zwei Dutzend namhafte Partner präsentiert. Laut US-Medien überdenken auch Visa, Mastercard und Stripe wegen des starken politischen Widerstands ihre Beteiligung an Libra. Erste offizielle Mitglieder sollen in den kommenden Wochen genannt werden.

kko/dpa