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11. September 2015, 19:07 Uhr

Expansion

Geht die Queen zu Lidl...

Kein Witz: Der Discounter Lidl plant jetzt auch Filialen in Londons Nobelvierteln. Insgesamt sollen in Großbritanniens Hauptstadt fast 300 Filialen eröffnet werden - jetzt gibt es gerade mal zehn.

Lidl geht in Großbritannien in die Offensive, um dem auf der Insel sehr erfolgreichen deutschen Konkurrenten Aldi nicht das Feld zu überlassen: Die Discounter-Kette ist auf der Suche nach neuen Standorten und will allein in London 281 neue Filialen eröffnen. Doch auf der Wunschliste finden sich nicht nur Lagen am Stadtrand, sondern unter anderem zahlreiche Grundstücke in den Nobelvierteln Westminster, Kensington und Chelsea.

Bisher hat Lidl zehn Filialen in London, die meisten davon in Randgebieten. "Wir sehen eine große Nachfrage, vor allem im Großraum London", sagte Richard Taylor, Immobilien-Direktor für Lidl Großbritannien.

Die Expansion ist Teil von Lidls Bemühungen, in Großbritannien Besserverdiener als Kunden zu gewinnen.

Umsätze etablierter Discounter fallen

Die wachsende Beliebtheit von sowohl Discountern als auch Luxusgeschäften bringt in Großbritannien etablierte Supermärkte in Bedrängnis. Vor allem die deutschen Ketten Lidl und Aldi sind seit Längerem auf Erfolgskurs. Aldi hatte Ende 2014 angekündigt, in den kommenden acht Jahren 35.000 Arbeitsplätze in Großbritannien zu schaffen. Lidl will die Zahl seiner Filialen bis 2022 im gesamten Land auf 1000 erhöhen.

Morrisons, die viertgrößte Kette des Landes, kündigte dagegen erst in dieser Woche die Schließung von elf Supermärkten an. Auch die Umsätze von Konkurrenten wie Tesco und Asda fallen.

Experten in Großbritannien bewerten Lidls Neuausrichtung trotzdem als riskant. Einzelhandelsanalyst David Gray sagte der BBC: "Sie werden im Zentrum Londons kleinere Läden bekommen, Gemischtwarenläden, die hohe Kosten mit sich bringen und mit denen es sehr viel schwerer ist, Profit zu machen."

mka/dpa

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