Discounter bot Haschkekse an Ermittlungen gegen Lidl wegen Hanfprodukten eingestellt

Lidl verkaufte kurzzeitig 21 verschiedene Hanfprodukte, darunter Gebäck, Tee und Öl. Die Polizei ermittelte wegen des Verdachts des Handels mit Betäubungsmitteln. Doch die THC-Werte waren verschwindend gering.
Lidl-Logo an einer Filiale: Ermittlungen beendet

Lidl-Logo an einer Filiale: Ermittlungen beendet

Foto: Waldmüller / IMAGO

Das Ermittlungsverfahren gegen den Discounter Lidl wegen des Verkaufs von hanfhaltigen Lebensmitteln ist eingestellt worden. Dies teilt die Staatsanwaltschaft Heilbronn  mit.

In den entsprechenden Produkten sei entweder kein THC-Gehalt nachweisbar oder nicht bestimmbar gewesen oder er habe unter dem Grenzwert gelegen, heißt es. Tetrahydrocannabinol (THC) ist der hauptsächlich rauschbewirkende Bestandteil der Hanfpflanze.

Lidl hatte im Sommer 2021 kurzzeitig in mehreren Filialen insgesamt 21 verschiedene Hanfprodukte zum Kauf angeboten. Der Discounter rief dann Gebäck, Tee, einen Proteinriegel und Öl zurück, weil seinen früheren Angaben zufolge in allen Lebensmitteln ein erhöhter Gehalt von THC festgestellt wurde.

Auch infolge dieses Rückrufs nahm die Staatsanwaltschaft Ermittlungen wegen des Verdachts des Handeltreibens mit Betäubungsmitteln auf. Die Polizei stellte für die Untersuchung nach eigenen Angaben unter anderem in einer Discounterfiliale im oberbayerischen Rosenheim »einige wenige Produkte« aus dem Hanfsortiment sicher. Die Proben wurden im Labor des Landeskriminalamts untersucht. Das Verfahren wurde im August 2022 eingestellt, weil sich der Verdacht nicht bestätigte, wie die Behörde erst jetzt mitteilte.

THC kaum nachweisbar

Für die Betäubungsmitteleigenschaft komme es grundsätzlich nicht auf eine konkrete Berauschungsqualität oder Konsumfähigkeit an. Die im Laufe des Ermittlungsverfahrens eingeholten Gutachten ergaben, dass in den untersuchten Produkten ein THC-Gehalt entweder nicht nachweisbar oder nicht bestimmbar war oder dieser unter dem Grenzwert von 0,2 Prozent lag, wie die Staatsanwaltschaft mitteilt.

Nach Einschätzung des Sachverständigen sei ein Missbrauch zu Rauschzwecken durch Konsum der Produkte entweder gänzlich oder aufgrund der hierzu benötigten Menge praktisch ausgeschlossen.

ptz/dpa
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