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02. März 2017, 13:51 Uhr

Zündung von Rohrbomben

Gericht verurteilt Lidl-Erpresser zu zehn Jahren Haft

Weil sie mehrfach Sprengsätze vor Lidl-Filialen gezündet haben, ist ein Erpresserpaar in Bochum zu zehn Jahren Haft verurteilt worden. Die Staatsanwaltschaft hatte lebenslange Haft gefordert.

Das Landgericht Bochum hat zwei Erpresser des Lebensmittel-Discounters Lidl zu jeweils zehn Jahren Haft verurteilt. Ihnen wurde versuchter Mord, räuberische Erpressung, gefährliche Körperverletzung und Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion zur Last gelegt.

Der 48-jährige IT-Techniker und seine sechs Jahre ältere Verlobte hatten zwischen 2012 und 2016 drei Sprengsätze vor Lidl-Filialen in Bochum, Bottrop und Herten gezündet. Bei den Anschlägen war eine Mitarbeiterin leicht verletzt worden. Lidl hatte den Erpressern rund eine Million Euro überwiesen. Abgehoben worden waren aber nur 1800 Euro.

Im Prozess hatten beide Angeklagte umfassende Geständnisse abgelegt. Die Sprengsätze hatten sie in ihrer Gelsenkirchener Wohnung aus Silvesterböllern gebaut. Laut Urteil hatten die Angeklagten zwar nicht vor, Menschen zu töten, hätten das aber in Kauf genommen. "Der Tod eines Menschen oder mehrerer Menschen war ihnen gleichgültig", sagte der Richter bei der Urteilsbegründung.

Die Staatsanwaltschaft hatte wegen der besonderen Gefährlichkeit der Tat sogar lebenslange Haftstrafen beantragt.

kry/dpa

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