Discounter Lidl kritisiert Preiskampf beim Fleisch - und macht mit

Der Discounter Lidl hat die Preissenkungen seiner Konkurrenten für Rind- und Geflügelfleisch kritisiert. Die Branche müsse ein Preisniveau für Frischfleisch finden, mit dem das Tierwohl unterstützt werde. Trotzdem senkte Lidl seine Preise ebenfalls.
Fleischtheke in Hannover: Preiskampf statt Tierwohl

Fleischtheke in Hannover: Preiskampf statt Tierwohl

Foto: Julian Stratenschulte/ picture alliance / dpa

Neckarsulm - Die Aussage klingt vernünftig und nachvollziehbar: Die Discounterkette Lidl kritisiert die Preissenkungen der Wettbewerber für Rindfleisch- und Hähnchenfleischprodukte - aus Gründen des Tierwohls. Der Haken: Lidl folgte umgehend dem schlechten Beispiel der Konkurrenz. Lidl werde die von einem Wettbewerber ausgelöste Preissenkungsrunde "mit sofortiger Wirkung nachvollziehen", damit "preissensiblen Kunden" kein Einkaufsnachteil entstehe, teilte der Discounter am Montag in Neckarsulm mit.

Die Kritik daran könne Lidl aber sehr gut nachvollziehen. Die Supermarktkette appellierte an die Branche, ein Preisniveau im Frischfleischsektor zu finden, "das die richtigen und wichtigen Anstrengungen für mehr Tierwohl unterstützt".

Marktführer Aldi und in Folge weitere Wettbewerber hatten am Samstag die Preise für Produkte aus Rindfleisch, Hähnchen- und Putenfleisch gesenkt. Aldi gehört wie Lidl zur im Herbst angekündigten Initiative Tierwohl: Die Supermärkte wollen Landwirte für die artgerechtere Haltung von Schweinen und Hühnern besser bezahlen. Die Initiative soll in diesem Jahr noch starten.

Die Supermärkte wollen in einen Fonds einzahlen, aus dem Bauern einen Zuschuss dafür erhalten, dass sie ihre Tiere gut behandeln: Dazu zählt etwa, dass die Landwirte den Tieren mehr Platz oder Auslaufmöglichkeit geben oder auf die Kastration von Ferkeln oder das Schnabelkürzen bei Hühnern verzichten. Die Handelsunternehmen wollen dann mit dieser "Tierwohl"-Initiative für sich werben. Der Bauernverband sieht eine Chance, aus dem Dilemma auszubrechen, dass die Verbraucher zwar mehr Tierwohl fordern, das Fleisch aber letztlich niemand kauft, weil es zu teuer ist.

nck/AFP
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