Lieferando, Foodora und Co. Lieferdienst-Fahrer demonstrieren für bessere Bezahlung

Arbeiten für mehr als den Mindestlohn - das wollen Fahrer von Essenslieferdiensten mit einer Protestaktion in Berlin erreichen. Die zuständige Gewerkschaft verlangt faire Bedingungen und warnt vor Jobverlusten.

Heute sollen die Räder stehen: Ein Lieferdienst-Fahrer in Berlin
Michele Tantussi / Getty Images

Heute sollen die Räder stehen: Ein Lieferdienst-Fahrer in Berlin


Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hat die Fahrer von Essenslieferdiensten zu einer Protestaktion aufgerufen. Beim bundesweiten "Riders Day" wollen die Beschäftigten von Lieferando, Foodora und anderen Diensten an diesem Donnerstagnachmittag für faire Arbeitsbedingungen in ihrer Branche demonstrieren.

Der deutsche Markt der Essenslieferdienste wird nach dem Rückzug von Deliveroo in der vergangenen Woche von Takeaway.com aus den Niederlanden dominiert. Takeaway betreibt den Dienst Lieferando und hat im Frühjahr auch das Deutschlandgeschäft von Delivery Hero übernommen. Damit gehören zur Marke Lieferando nun neben Lieferheld auch Pizza.de und Foodora.

Auf den Websites von Foodora, Pizza.de und Lieferheld wird der Kunde seitdem zu Lieferando weitergeleitet. Die Gewerkschaft NGG hat Bedenken, dass Foodora nun ganz dichtgemacht wird. Für die Fahrer hieße das, falls keine anderweitigen Vereinbarungen getroffen werden, dass sie ihren Arbeitsplatz verlieren und sich bei Lieferando neu bewerben müssten, sagt Christoph Schink, Referatsleiter für das Gastgewerbe bei der NGG, auf SPIEGEL-Anfrage.

Fahrern würde Schink zufolge der Jobverlust drohen. Langjährige Kuriere mit unbefristetem Foodora-Arbeitsvertrag könnten im Falle einer Einstellung bei Lieferando zunächst wieder in befristete Verträge rutschen.

Die NGG warnte deshalb zum "Riders Day" vor einer raschen Abwicklung von Foodora. "Die Beschäftigten verdienen Respekt, eine echte Kompensation für selbst eingebrachte Arbeitsmittel und einen Stundenlohn, der zum Leben reicht", sagte Schink der Nachrichtenagentur dpa.

Nach seinen Angaben verdient ein Großteil der Fahrer lediglich den Mindestlohn von 9,19 Euro pro Stunde. Erfahrene Kuriere bringen es auf einen Stundenlohn von rund zehn Euro. Die NGG rief die Arbeitgeber dazu auf, sich zur betrieblichen Mitbestimmung bei den "Plattformanbietern" zu bekennen.

kko/dpa



insgesamt 11 Beiträge
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Nonvaio01 22.08.2019
1. Omg
keiner wird gezwungen dort zu arbeiten, und wenn man mehr will als mindest lohn sollte man sich an die regierung weden den mindestlohn anzuheben. Die Firmen sind keine wohlfahrts vereine.
so-long 22.08.2019
2. Kein Problem
dann wird die Pizza 1€ teurer. Mal sehen, ob das angenommen wird.
Stexxy 22.08.2019
3. 10 DM /Std
ich habe früher für 10DM/Std auch Pizza ausgefahren und da musste ich das Benzin auch noch von abziehen. Als meine Ansprüche dann gestiegen sind habe ich aber nicht auf die Pizzeria gezeigt , sondern nach der Phase angefangen mir den gewünschten Standard mit dem entsprechenden Job abzusichern. Würden die Firmen keine Fahrer finden , würden Sie entsprechend mehr bezahlen oder müssten eben Ihr geschäftsmodell aufgeben wenn das nicht finanzierbar ist. Irgendwoher muss das geld für die Gehaltserhöhung ja kommen.
fatherted98 22.08.2019
4. nur so geht es...
....zusammenschließen, Gewerkschaft gründen, streiken....nur dazu müssten die ja erst mal einen Arbeitsvertrag haben....die meisten arbeiten auf Zuruf und schwarz....so wird das nichts.
der.tommy 22.08.2019
5.
Also bitte, da geht n unternehmen den Bach runter und es wird gleich geschrien, dass ja irgendwelche Kompensationen für die Mitarbeiter kommen? Oder es wird gejammert dass die bisherigen Mitarbeiter in der neuen Stelle wieder Probezeit und nicht direkt unbefristeten Job haben?! Gehts noch? Das ist der normale Werdegang bei Jobwechsel. Und zum Lohn: wie viele schon sagten, wenn einem der Lohn nicht reicht, arbeitet man woanders. Ist ja nicht so dass die Lieferketten die einzigen Arbeitgeber wären.
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