Lieferengpass Österreichischer Quelle-Ableger vor dem Aus

Die Quelle-Pleite zieht weite Kreise: Jetzt steht SPIEGEL-Informationen zufolge auch die größte Auslandstochter in Österreich am Rande der Insolvenz - weil Warenlieferungen aus Deutschland knapp werden.

Quelle-Einkaufszentrum in Nürnberg: Ende einer Traditionsmarke
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Quelle-Einkaufszentrum in Nürnberg: Ende einer Traditionsmarke


München - Beim insolventen Versandhaus Quelle wird die Lage immer chaotischer. Während in der Zentrale in Fürth und im Auslieferungslager in Leipzig die Vorbereitungen für "den größten Ausverkauf Deutschlands" anliefen und noch am Freitag fast 2000 Mitarbeitern telefonisch gekündigt wurde, entwickelt sich der geplante Verkauf der 17 Auslandstöchter zu einem Wettlauf gegen die Zeit.

Denn die noch nicht insolventen Ableger hängen weitgehend von den Lieferungen aus dem Quelle-Lager in Leipzig ab - und die geraten immer mehr ins Stocken. In Österreich, der mit gut 200 Millionen Euro Umsatz größten Auslandstochter, könne Quelle nur noch 40 Prozent der Bestellungen ausliefern, und diese Quote sinke täglich weiter ab, heißt es in Branchenkreisen. Nur bei Technikartikeln, die aus dem eigenen Lager in Linz geliefert werden, sei die Versorgung noch einigermaßen stabil.

Für Quelle-Österreich-Chef Wolfgang Binder ist es deshalb "30 Sekunden vor zwölf". Schon nächste Woche könnte auch dem österreichischen Ableger das Aus drohen, falls bis dahin kein Käufer gefunden wird. Zwar gibt es Interessenten, zu denen auch das deutsche Versandhaus Klingel gehören soll, doch ist keineswegs klar, was die eigentlich übernehmen. Denn gleichzeitig wird in Fürth mit anderen Interessenten um die Gesamtrechte an der Marke "Quelle" gefeilscht.

Mit dem neuen Besitzer der Markenrechte müssten die Käufer der Auslandstöchter dann zusätzlich noch über den Firmennamen verhandeln. Zu den Bietern für die Markenrechte soll unter anderem der Hamburger Otto-Konzern gehören. Otto hat auch Interesse am Russlandgeschäft von Quelle bekundet, will in Österreich jedoch nicht mitbieten.

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Spektakuläre Pleiten: Traditionsunternehmen i.A.

amz

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japan10 03.07.2009
1.
Zitat von sysopDie Quelle-Beschäftigten sind verzweifelt: Der Versandhändler wird liquidiert, die Mitarbeiter bangen um ihre Zukunft. Die Gewerkschaft Ver.di fordert jetzt vom Bund und vom Freistaat Bayern Finanzhilfe für den Pleitekonzern. Wie geht es weiter mit Quelle?
Da hat sich wohl Herr Seehofer weit aus dem Fenster gelehnt. Quelle, wieder ein Beispiel für Größenwahn (Arcandor).
Harald E, 03.07.2009
2.
Zitat von sysopDie Quelle-Beschäftigten sind verzweifelt: Der Versandhändler wird liquidiert, die Mitarbeiter bangen um ihre Zukunft. Die Gewerkschaft Ver.di fordert jetzt vom Bund und vom Freistaat Bayern Finanzhilfe für den Pleitekonzern. Wie geht es weiter mit Quelle?
Schon blöd, wenn man nicht systemrelevant ist. (Danke Fr. Merkel....hassu gut gesagt....aber die Einschläge kommen näher) Oh.....und es ist noch lang...sooo lang bis zur Wahl.
bedenkenträger2 03.07.2009
3. ...
Wie gehts weiter bei Quelle? Hoffentlich ohne Staatsknete. Staatshilfe für den Handel - was für ein Unsinn! Der Handel hat doch den leichtesten Part im Kapitalismus, er muss keine Dinge herstellen, schafft keine Werte, sondern er selektiert und verhökert. Der Handel ist doch quasi der Zuhälter der Industrie. Systemirrelevanter geht doch gar nicht. Wenn es eine Branche gibt, wo man (zurecht) sagt: "Ihr müsst alleine klarkommen!" dann ist das doch der Handel! Wer im Handel nicht klarkommt, hat versagt, hat nicht flexibel auf neue Konsumgewohnheiten reagiert. Das Arbeitsplätze-Argument darf nicht überall gezogen werden, der Staat ist bereits der größte Arbeitgeber im Land. Außerdem: Der Großteil der bei Quelle erhältichen Produkte ist doch (ich übertreibe mal rethorisch) zu 90 % "Made in China"; also, erst kaufen wir dort die chinesischen Produkte, und dann subventionieren wir auch noch deren Vertriebswege?!
Querspass 03.07.2009
4. Druckerei stoppt Quelle-Katalog
Obwohl ich der Bezirksleiterin der Sammelbesteller vor 9 Jahren und wiederholt mitgeteilt habe, daß 1 Hauptkatalog reicht, kommen halbjährlich SIEBEN FÜR DIE TONNE. Allein mit der Katalogdruckerei ist kein Umsatz zu machen. Und die Onlinepräsenz klemmt dauernd, es macht manchmal keinen Spaß! Außerdem, wer garantiert, daß die Briten (Mutterkonzern) die Staatsknete nicht abziehen? Soviel mir bekannt ist, hat die Plünderung der Konten zur Insolvenz geführt.
Caiman, 03.07.2009
5. Wahrscheinlich gar nicht...
Zitat von sysopDie Quelle-Beschäftigten sind verzweifelt: Der Versandhändler wird liquidiert, die Mitarbeiter bangen um ihre Zukunft. Die Gewerkschaft Ver.di fordert jetzt vom Bund und vom Freistaat Bayern Finanzhilfe für den Pleitekonzern. Wie geht es weiter mit Quelle?
Wer ist eigentlich auf die grandiose Idee gekommen, mit 50 Mios einen Katalog auf Pump zu finanzieren, aus dem niemand mehr was bestellt, weil er nicht weiss, ob er überhaupt Ware erhält? Ach ja, das war der andere Horst "WER?"...
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