Konzern für Industriegase US-Kartellhüter verschärfen Auflagen für Linde-Praxair-Fusion

Linde und Praxair wollen gemeinsam den größten Industriegasehersteller der Welt schaffen. Vor dem endgültigen Zusammenschluss hat die US-Kartellbehörde nun die finalen Auflagen bestimmt.

Linde-Logo (Archiv)
DPA

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Der Industriegase-Konzern Linde kann seine Fusion mit Praxair bald abschließen. Die US-Kartellbehörde FTC hat die endgültigen Auflagen festgelegt, unter denen sie den Zusammenschluss zum weltweit größten Gasekonzern genehmigen will. Das teilte die Behörde in der Nacht mit.

Linde muss nach der Fusion wie geplant neun Standorte in den USA an vier verschiedene Unternehmen verkaufen. Die FTC verschärfte die Auflagen an zwei Stellen: Zum einen legte sie fest, wie viel geistiges Eigentum Linde an die Käufer abgeben muss. Zum anderen hat sich die Kartellbehörde ein Mitspracherecht eingeräumt, wenn das Gemeinschaftsunternehmen des deutschen Konkurrenten Messer mit dem Finanzinvestor CVC verkauft wird oder wenn CVC die Mehrheit übernimmt. Messer und CVC kaufen große Teile der US-Standorte von Linde.

Fünf Produktionsstätten für Synthesegas gehen für 413 Millionen Dollar an die US-Tochter Matheson Tri-Gas der japanischen Taiyo Nippon Sanso, teilte der neue Eigentümer mit. Linde nimmt mit dem Verkauf des US-Geschäfts insgesamt 3,75 Milliarden Dollar ein. An Taiyo Nippon Sanso geht für fünf Milliarden Euro auch das Europa-Geschäft von Praxair.

Die Frist zum Verkauf von Unternehmensteilen läuft am Freitag aus. Sie war wegen des Haushaltsstreits in den USA, der weite Teile der Verwaltung Anfang des Jahres lahm gelegt hatte, um vier Wochen verlängert worden. Bis zur endgültigen Genehmigung müssen sich Linde und Praxair im operativen Geschäft wie Konkurrenten verhalten.

brt/Reuters



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