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04. April 2016, 20:16 Uhr

Berichte über Briefkastenfirma

Messi spricht von "falschen und beleidigenden" Vorwürfen

Lionel Messi hat Berichte über Gelder in einer Briefkastenfirma zurückgewiesen. Entsprechende Vorwürfe seien "falsch und beleidigend", erklärte seine Familie. Sie prüfe juristische Schritte.

Lionel Messi und sein Vater Jorge Horacio Messi haben bereits Ärger mit spanischen Steuerfahndern. Nun tauchte der Name des Fußballers auch noch in Zusammenhang mit den Panama Papers auf. Entsprechend gereizt reagierte die Familie darauf.

"Die Familie Messi möchte klarstellen, dass Lionel Messi keine der Handlungen begangen hat, die ihm vorgeworfen werden. Die Vorwürfe der systematischen Steuerhinterziehung, wonach unter anderem ein Netzwerk zur Geldwäsche existiere, sind falsch und beleidigend", teilte die Familie in einem Kommuniqué mit, das sie der spanischen Nachrichtenagentur Efe übermittelte.

Die Anwälte des Fußballers prüften, ob sie juristisch gegen die Medien vorgingen, die solche Verdächtigungen verbreitet hätten, hieß es. Die "Süddeutsche Zeitung" hatte berichtet, in den sogenannten Panama Papers werde der Name Messi als Begünstigter einer weiteren Offshorefirma genannt, von der die spanische Staatsanwaltschaft bisher nichts wusste.

Die Gesellschaft in Panama, mit der Messi in Verbindung gebracht wurde, sei absolut inaktiv, teilte die Familie nun mit. "Sie hat nie über Guthaben oder Bankkonten verfügt." Messi habe beim spanischen Finanzamt alle Einnahmen deklariert, die er vor und nach der Einleitung eines Steuerverfahrens gegen ihn und seinen Vater erzielt habe. Die Vorwürfe beruhten auf reinen Spekulationen und fügten dem Ansehen von Lionel Messi schweren Schaden zu.

Messi und sein Vater müssen sich vom 31. Mai an in Spanien wegen des Vorwurfs der Steuerhinterziehung vor Gericht verantworten. Sie sollen laut der Anklage in den Jahren 2007 bis 2009 dem Fiskus rund 4,1 Millionen Euro Steuern hinterzogen haben. Es geht um die Einnahmen aus Bildrechten des viermaligen Weltfußballers. Um Steuern zu hinterziehen, sollen Vater und Sohn Briefkastenfirmen in den Steueroasen Belize und Uruguay eingerichtet haben. Die Familie hat die Steuern mit Zinsen und Strafgebühren nachgezahlt.

Messi hatte den Ermittlern zwar versichert, dass sein Vater allein für die Finanzen zuständig sei, und die Staatsanwaltschaft Barcelona glaubte dem Spieler. Dennoch entschied der Untersuchungsrichter, dass Vater Messi wie auch sein Sohn vor Gericht erscheinen müssen.

mmq/dpa/sid

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