Liste von US-Website BP und Toyota gehören zu meistgehassten Firmen

Schlechter Service, lausige Produkte, wenig Rendite - es gibt viele Gründe, ein Unternehmen negativ zu beurteilen. Die Website "24/7 Wallstreet" hat eine Liste der 15 meistgehassten Unternehmen in den USA zusammengestellt. Mit dabei: BP, McDonald's und Toyota.
BP: Mieses Jahr 2010, mieses Image

BP: Mieses Jahr 2010, mieses Image

Foto: REUTERS

Millionen Liter Erdöl in den Golf von Mexiko flossen

Washington - Die Ölpest im Golf von Mexiko hat BP zu einem der 15 meistgehassten Unternehmen in den USA gemacht. Der britische Konzern wird für den schwersten Ölunfall der Geschichte verantwortlich gemacht, bei dem 2010 elf Arbeiter starben und .

Auch der japanische Autobauer Toyota schaffte es unter die 15 Firmen, deren Liste die Website "24/7 Wallstreet" veröffentlichte. Toyota musste allein in den USA rund zehn Millionen Autos wegen technischer Mängel zurückrufen.

Das Onlinemagazin erstellte die Liste anhand von sechs Faktoren, darunter Umfragen unter Verbrauchern und Beschäftigten, die Entwicklung am Aktienmarkt und negative Presseberichterstattung. Unter den 15 Firmen, von denen "24/7 Wallstreet" keine Rangfolge erstellte, sind ansonsten vor allem Technologieunternehmen und Fluggesellschaften:

  • Der Telekommunikationsriese AT&T etwa wird für seinen schlechten Service kritisiert - das Unternehmen sei "der schlechteste Mobilfunkanbieter der Nation".
  • Am Computerkonzern Dell hatte die Seite vor allem den schlechten Onlineshop und mies verarbeitete Laptops auszusetzen.
  • Nokia bekam für seine Smartphones schlechte Noten. Besonders Design und Benutzerfreundlichkeit seien mies. Zudem sei der Aktienkurs des Unternehmens 2010 um 20 Prozent gefallen.
  • American Airlines und United Airlines wiederum landeten unter anderem wegen schlechter Servicequalität und häufiger Verspätungen auf der Liste.
  • Für die Banken Citigroup und Bank of America wurde zum Verhängnis, dass sie in der Finanzkrise mit Steuergeld gestützt werden mussten. Unzufriedene Kunden und schlechte Börsenwerte trugen ebenfalls zum miesen Ergebnis bei.
  • McDonald's ist laut "24/7 Wallstreet" eines der am heftigsten kritisierten Unternehmen. Der Konzern sei das "Synonym für ungesundes Essen in Amerika". Die Geschäftspraktiken des Unternehmens würden in der Presse zunehmend negativ dargestellt.
  • Der Pharmakonzern Johnson & Johnson landete auf der Liste, weil er bei Problemen mit Generika die Produkte nur langsam zurückgerufen und die Öffentlichkeit nur zögerlich unterrichtet habe. Zudem seien Fabriken der Firma wegen fragwürdiger Produktionspraktiken in die Schlagzeilen gekommen.

Manche der Firmen sind "24/7 Wallstreet" zufolge einfach wegen ihres Geschäftsfeldes unbeliebt. So hätten die Elektromärkte von Best Buy, Fluglinien oder Anbieter von Satelliten- oder Kabelfernsehen wie DirecTV, Dish Network oder Charter Communications einen direkten Nachteil gegenüber Unternehmen mit vergleichsweise wenigen Kunden - das Frustrationspotential sei einfach größer.

Zudem habe es als Folge der Wirtschaftskrise eine Art Kettenreaktion gegeben: Mitarbeiter seien entlassen worden. Das wiederum habe sich negativ beim Arbeitsklima und bei den verbleibenden Angestellten bemerkbar gemacht, deren Arbeitsbelastung gestiegen sei. Dies wiederum habe zu schlechterem Kundenservice geführt.

ulz/AFP
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