Teilverstaatlichte Bank Lloyds will sich schnell aus Regierungsbesitz befreien

Die britische Lloyds Bank arbeitet ihre Krisengeschichte ab: Das Institut treibt den Staatsausstieg voran und legt Milliarden für mögliche Schadensersatzzahlungen zurück. Anleger, die auf eine Dividende gehofft hatten, werden vertröstet.

Zentrale der Lloyds Bank in London: Aktie gibt knapp drei Prozent nach
REUTERS

Zentrale der Lloyds Bank in London: Aktie gibt knapp drei Prozent nach


London - Mit einem kräftigen Gewinnplus im Rücken will sich die britische Großbank Lloyds weiter aus der Obhut des Staates lösen. Dazu bereitet das in der Finanzkrise teilverstaatlichte Institut nach eigenen Angaben den Verkauf eines zweiten Pakets von Aktien im Regierungsbesitz vor.

Für das vergangene Jahr wies Lloyds einen bereinigten Überschuss von 6,2 Milliarden Pfund aus. Das ist mehr als doppelt so viel wie 2012. Allerdings macht der Bank weiterhin der Skandal um den Verkauf umstrittener Finanzprodukte zu schaffen. Dabei geht es vor allem um von vielen Kunden gar nicht benötigte Restschuldversicherungen. Für Entschädigungen stellte Lloyds dafür im vierten Quartal zusätzliche 1,8 Milliarden Pfund zurück.

Die Anleger müssen weiter auf die erste Dividende seit Oktober 2008 warten. Denn das Institut will nun erst im zweiten Halbjahr bei den Aufsichtsbehörden die Genehmigung für die Wiederaufnahme der Ausschüttungen an die Aktionäre beantragen. Anleger reagierten enttäuscht: Sie hatten auf eine Dividende schon für 2013 bei der Bilanzvorlage am 13. Februar gehofft. Die Aktie gab knapp drei Prozent nach.

Der Staat hatte Lloyds vor mehr als fünf Jahren mit einer Geldspritze von rund 20 Milliarden Pfund gerettet und hielt zuletzt noch 33 Prozent. Im September hatte die Regierung mit ihrem Ausstieg begonnen. Sie nahm mit dem Verkauf eines ersten Anteils von sechs Prozent 3,2 Milliarden Pfund ein. Bis zur Wahl 2015 will sie sich komplett aus der größten Privatkundenbank des Landes zurückziehen.

yes/Reuters



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