Steigende Reallöhne Aufschwung soll bei Arbeitnehmern ankommen

Deutschlands Wirtschaft wächst. Laut dem gewerkschaftsnahen IMK-Institut schlägt sich die positive Entwicklung zunehmend in steigenden Löhnen nieder. Das liege auch am Mindestlohn.
Werftarbeiter in Warnemünde: "Wichtige Impulse für die Lohnentwicklung"

Werftarbeiter in Warnemünde: "Wichtige Impulse für die Lohnentwicklung"

Foto: Bernd W¸stneck/ picture alliance / dpa

Berlin - Das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) gehört zur Hans-Böckler-Stiftung, die von Gewerkschaftern finanziert wird. Es steht also nicht im Verdacht, Jubelmeldungen zur Lohnentwicklung zu verbreiten. Nun sagt das Institut voraus , der Aufschwung in Deutschland komme zunehmend bei den Arbeitnehmern an. "Erstmals seit längerer Zeit hat Deutschland gute Aussichten auf einen balancierten Aufschwung, von dem breite Schichten der Bevölkerung profitieren", sagte IMK-Direktor Gustav Horn.

So dürften die real verfügbaren Einkommen - also Löhne und Gehälter nach Abzug der Inflation - dem Institut zufolge in diesem Jahr um 1,6 Prozent zulegen, 2015 sogar um 2,4 Prozent. Ein Grund dafür sei die zum 1. Januar geplante Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns von 8,50 Euro, sagte Horn. Damit setze die Bundesregierung "wichtige Impulse für die Lohnentwicklung".

Auch das Bruttoinlandsprodukt dürfte dem IMK zufolge in diesem Jahr um 1,6 und 2015 um 2,4 Prozent steigen. Anders als im vergangenen Jahrzehnt hänge der Aufschwung nicht mehr ausschließlich am Außenhandel, sondern werde wesentlich vom privaten Konsum und zunehmend von den Investitionen im Inland getragen.

In anderen Teilen Europas bleibt die Stimmung dagegen verhalten. Einkaufsmanagerindex für den Euro-Raum fiel laut endgültigen Zahlen um 0,2 Punkte auf 53,1 Zähler, wie das Forschungsunternehmen Markit mitteilte. In einer ersten Schätzung war noch ein Rückgang auf 53,2 Punkten ermittelt worden. Verantwortlich für die Abwärtsrevision war die schwächere Entwicklung im Dienstleistungssektor.

Werte über 50 Punkten signalisieren laut Markit eine Beschleunigung des Wirtschaftswachstums. Die Daten für die Euro-Zone deuten also auf eine leichte Abschwächung der wirtschaftlichen Dynamik hin. Der Index beruht auf einer Umfrage unter rund 5000 Unternehmen in der Euro-Zone.

dab/Reuters/dpa
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