Insolvente TV-Traditionsmarke Loewe stellt den Betrieb ein

Beim oberfränkischen Fernsehhersteller Loewe ist ein Insolvenzverfahren in Eigenregie gescheitert. Das Management hofft bisher vergeblich auf einen neuen Investor, nun droht eine Entlassungswelle.

Loewe-Fernseher (Archiv)
Daniel Reinhardt/dpa

Loewe-Fernseher (Archiv)


Hunderte Mitarbeiter demonstrierten am Dienstag laut Bayerischem Rundfunk vor dem Werk in Kronach: Der Fernsehhersteller Loewe ist pleite und will zum Wochenende kurzfristig den Betrieb einstellen. Dem oberfränkischen Traditionsunternehmen sei das Geld ausgegangen, heißt es in einer Mitteilung der Geschäftsführung. Demnach waren die Gläubiger nicht gewillt, ein weiteres Darlehen zur Fortsetzung des Betriebs zu geben. Dem Großteil der Loewe-Mitarbeiter droht nun die Kündigung.

"Wir sind daher aus insolvenzrechtlichen Gründen zum Schutz unserer Gläubiger verpflichtet, den Geschäftsbetrieb voraussichtlich zum 1. Juli 2019 vorläufig bei geringster Kostenlast ruhend zu stellen", wird Geschäftsführer Ralf Vogt in der Mitteilung zitiert.

Damit hat sich die Krise bei einem einstigen Pionier der Fernsehtechnik dramatisch verschärft. Bis zuletzt lief noch ein Anfang Mai beantragtes Insolvenzverfahren in Eigenregie. Mittlerweile ist laut Unternehmen ein regulärer Insolvenzverwalter eingesetzt. Die Geschäftsführung hofft aber nach wie vor auf einen Investor, der das Unternehmen retten könnte.

400 Beschäftigte mit Zukunftsangst

Schon lange hat Loewe mit massiven Umsatzeinbrüchen zu kämpfen. Bei dem Unternehmen war zudem vor ein paar Jahren die britische Investmentgesellschaft RiverRock eingestiegen.

Die Gewerkschaft IG Metall hatte das vorläufige Insolvenzverfahren scharf kritisiert. Es sei überstürzt beantragt worden, RiverRock sei nur auf Profitmaximierung ausgerichtet, heißt es in einer Pressemitteilung der Gewerkschaft. Die Zukunftsängste der 400 Beschäftigten und ihrer Familien spielten für das Unternehmen keine Rolle.

Tatsächlich droht den Beschäftigten des insolventen Fernsehherstellers Loewe nun zum größten Teil der Verlust ihrer Arbeitsplätze. "Wir haben den Mitarbeitern heute in der Betriebsversammlung mitgeteilt, dass sie zum 1. Juli freigestellt werden, bis auf eine Kernmannschaft, um den Investorenprozess voranzutreiben", sagte der vorläufige Insolvenzverwalter Rüdiger Weiß. Die Kernmannschaft bezifferte der Bayreuther Rechtsanwalt auf zehn bis fünfzehn Mitarbeiter.

Die IG Metall hatte gefordert, dass alle Beschäftigte in eine Transfergesellschaft überführt, Kurzarbeitergeld müsse gezahlt werden. Wenn es zu einer Fortführung des Betriebs komme, sollten die Beschäftigten zu den bisherigen Konditionen weiterbeschäftigt werden.

apr/dpa



insgesamt 74 Beiträge
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Nonvaio01 25.06.2019
1. tja
so ist es eben, wer zu spaeht kommt wird abgehaengt. Wir hatten auch immer Loewe TV's im haus, die besten die es gab, bis die Flachbild TV's kamen, und Loewe den trend einfach voll verschlafen at und nicht mehr aufholen konnte. Nokia laesst gruessen....
Bows3r 25.06.2019
2. Schade
aber absehbar.
Lontrax 25.06.2019
3. Dinosaurier sterben nun mal aus.
Und Loewe ist ja nur ein kleines Unternehmen. Wir werden uns noch kräftig umsehen, wenn auch die Audis, BMWs, Mercedes und VWs anfangen zu verschwinden. Wird aber kommen, denn die ersten Anzeichen sind schon da. Dies gesagt, mache ich mich mit meinem coolen eToyota auf den Weg zum Mediamarkt, um mir die geilen neuen Samsung Fernseher anzugucken.
huz6789 25.06.2019
4. Mehr als ein großes Bild
Vor einiger Zeit war ich in einem einschlägigen Fachmarkt mit mindestens 100 verschiedenen, teils riesigen Flat-Fernsehern. Nicht ein einziger hatte ein überzeugendes Bild - das ist bis heute nicht anders: Grauslich überschärft, übersatte, falsche Farben, aufgepoppte Kontraste (aber oft wenig überzeugend Bildinterpolation und matschige Rasenflächen). Die Leute meinen, das sei ein gutes Bild, weil es groß, größer und bunt, bunter ist. Nur ein Einziger fiel mir durch sein ganz anderes, lebendiges aber natürliches Bild sofort auf. Es war ein Loewe. Qualität ist kein Zufall, Aber den Preis dafür will (oder kann) kaum noch einer zahlen. Schade.
darthkai 25.06.2019
5. Nicht verzagen
Für betuchte Fans von LG-Fernsehern gibt es ja noch B&O. Für die dänische Hülle können sie sogar noch viel mehr Prestige-Euros locker machen, als die lächerlichen zwei- bis dreihundert Prozent Aufschlag fürs Loewe-Branding ;)
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