Nach der Pleite TV-Traditionsmarke Loewe verliert ihren Namen

Loewe ist pleite, rund 400 Beschäftigte bangen um ihren Arbeitsplatz. Nun sucht der Insolvenzverwalter einen Käufer für das Unternehmen - doch ohne den bekannten Markennamen dürfte das schwierig werden.
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Erst kein Geld und nun offenbar auch keinen Namen mehr: Der vor dem Aus stehende Fernsehhersteller Loewe hat laut Insolvenzverwalter Rüdiger Weiß den Zugriff auf seine Markenbezeichnung verloren. Die Marke sei an die Beteiligungsfirma RiverRock verpfändet, die dem Loewe-Eigentümer Kredite gegeben hatte, sagte er der Nachrichtenagentur Reuters.

Loewe hatte am Dienstag angekündigt, die Produktion zum 1. Juli einzustellen, weil dem Unternehmen das Geld ausgegangen sei. Auf den Konten habe sich nach Angaben des Insolvenzverwalters weniger als eine halbe Millionen Euro befunden. Einen Kredit über neun Millionen Euro hatte RiverRock verweigert, den hätte Loewe aber zur Fortführung des Geschäfts gebraucht. Einem Großteil der rund 400 Beschäftigten droht nun die Kündigung.

IG Metall erhebt schwere Vorwürfe

Insolvenzverwalter Weiß versucht nun, einen Käufer für das restliche Geschäft von Loewe, das auch Kommunikationstechnik produziert, zu finden. Für das weitere Vorgehen sei die Wirtschaftsprüfungsfirma PwC vom Gläubigerausschuss als Berater angeheuert worden, sagte er.

Der Verlust des Markennamens könne die Suche aber erschweren. Er gehe davon aus, dass RiverRock versuchen werde, die Marke in Lizenz an einen anderen Hersteller zu vergeben. Die Gewerkschaft IG Metall hatte RiverRock bereits am Dienstag vorgeworfen, Loewe ausbluten zu lassen , um "mit den Trümmern Geld zu verdienen".

Die Firma aus dem fränkischen Kronach habe zuletzt tief in den roten Zahlen gesteckt, sagte Insolvenzverwalter Weiß. Um schwarze Zahlen zu schreiben, wäre ein Umsatz von 180 Millionen Euro nötig gewesen, tatsächlich seien es nur rund 110 Millionen gewesen. Das habe nicht einmal gereicht, um die angeblich überdurchschnittlich hohen Lohnkosten für die Mitarbeiter zu decken.

ptz/rtr