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03. März 2017, 12:53 Uhr

Vorschläge an die EU-Kommission

LSE kämpft für Fusion mit Deutscher Börse

Der Chef der Londoner Börse LSE will den Zusammenschluss mit der Deutschen Börse doch noch retten. Er hat der EU-Kommission dazu Vorschläge gemacht.

Entgegen bisheriger Eindrücke gibt die Londoner Börse LSE ihre Fusionspläne mit der Deutschen Börse doch noch nicht auf. Man habe der EU-Kommission Vorschläge für Zugeständnisse gemacht, sagte Vorstandschef Xavier Rolet. "Es ist jetzt an ihr, darüber nachzudenken." Die Brüsseler Wettbewerbsbehörde habe bis zum 3. April Zeit zu entscheiden. Was er der EU konkret vorgeschlagen hat, sagte Rolet nicht.

Der Fusionsanlauf galt bislang als gescheitert, nachdem sich die LSE geweigert hatte, die italienische Anleihen-Plattform MTS wie von der EU gefordert zu verkaufen. "Das hat uns in eine sehr schwierige Situation gebracht", sagte Rolet. Selbst wenn die LSE wollte, hätte sich die MTS wohl nicht verkaufen lassen. Warum, führte Rolet nicht aus. Als wahrscheinlichster Käufer galt der französische Rivale Euronext.

Im Umfeld der Deutschen Börse war der Verdacht geäußert worden, die Briten hätten den Zusammenschluss platzen lassen, weil sie nicht bereit seien, London als vereinbarten Sitz der gemeinsamen Holding aufzugeben. Der LSE-Chef betonte am Freitag mehrfach, man habe "unglaublich hart dafür gekämpft, die Fusion sicherzustellen".

"Das ist kein Projekt, das von Nationalismus getrieben ist"

Forderungen deutscher Politiker und Regulierer, die Holding in Frankfurt und damit innerhalb der Europäischen Union anzusiedeln statt in der Metropole des EU-Austrittskandidaten Großbritannien, erteilte Rolet aber erneut eine Absage: "Das ist als Fusion unter Gleichen konstruiert und nicht dazu, die Kräfteverhältnisse zu verschieben. Das ist kein Projekt, das von Nationalismus getrieben ist."

Einen "Plan B" zur Fusion mit der Deutschen Börse habe die LSE nicht, sagte Rolet. Grundsätzlich werde der Börsenbetreiber aber die Strategie fortsetzen, aus eigener Kraft zu wachsen, sehe aber auch weiterhin Chancen für "wertsteigernde Zukäufe".

Nur einmal ließ sich Rolet auf eine Aussage ein, wie es ohne eine Fusion mit der Deutschen Börse weitergehen würde: Er werde dann seinen Ruhestand wohl verschieben, sagte der 57-Jährige. "Dann stehen wir wieder ganz am Anfang. Ich bin zurück an meinem Platz und arbeite mit meinen Kollegen daran, sicherzustellen, dass dieses Unternehmen weiterhin erfolgreich ist."

Chef der fusionierten Börse sollte Rolets Deutsche-Börse-Kollege Carsten Kengeter werden, gegen den wegen eines Insiderhandels-Verdachts ermittelt wird. Rolet wollte sich dazu nicht äußern.

Die LSE hat Deutsche-Börse-Chef Carsten Kengeter im Rahmen der geplanten Fusion hart angegangen. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters hat nach dem Bekanntwerden des Ermittlungsverfahrens der Staatsanwaltschaft gegen Kengeter wegen des Verdachts auf Insiderhandel LSE-Aufsichtsratschef Donald Brydon seine Vorbehalte in einer E-Mail an sein Pendant Joachim Faber von der Deutschen Börse geäußert.

man/Reuters

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