Luftfahrtmesse Farnborough Dreamliner landet erstmals in Europa

Europa-Premiere für den Traumflieger: Der US-Konzern Boeing hat den neuen Dreamliner auf der Luftfahrtmesse im britischen Farnborough zum ersten Mal einem internationalen Publikum präsentiert. Die Produktion bleibt trotzdem problematisch.


Farnborough/Berlin - Punkt 9.09 Uhr britischer Zeit war es so weit: Der Dreamliner setzte auf. Tausende Neugierige verfolgten am Sonntag die Landung in Farnborough bei London, wo am Montag eine wichtige Luftfahrtmesse beginnt. Der Dreamliner gilt als Hauptattraktion der Air Show. Die Maschine ist die erste von fünf Testmodellen, die den amerikanischen Luftraum verlassen.

Der Luftverkehrsexperte Raymond Jaworowski erklärte, Boeing wolle mit dem Auftritt in Farnborough zeigen, dass es die Probleme beim Bau des Dreamliners in den Griff bekommen habe. Dies sei ein Signal an die Industrie.

Boeing hat bereits 863 Bestellungen von 56 Gesellschaften im Gesamtwert von 150 Milliarden Dollar für die 787 vorliegen. Allerdings hinkt die Entwicklung zwei Jahre hinter dem ursprünglichen Zeitplan zurück. Boeing hatte in dieser Woche bekanntgegeben, dass sich die Auslieferung der ersten Maschine an die japanische Gesellschaft ANA um mehrere Wochen auf Anfang 2011 verschieben könnte. Grund für die Verzögerung sind unter anderem weitere Untersuchungen in der Erprobungsphase des Flugzeuges.

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Premiere: Boeing fliegt den Dreamliner

"Mehrere Piloten unserer Kunden haben den Dreamliner bereits selbst geflogen und waren begeistert", sagte Boeing-Chef Jim McNerney der "Welt am Sonntag". Ab 2013 sollen demnach zehn Maschinen pro Monat ausgeliefert werden. McNerney erwartet nach eigenen Worten in diesem Jahr vor allem aus Asien und dem Nahen Osten Aufträge. "Aber auch die US-Airlines erholen sich, und wir sehen mehr Bestellungen." Insgesamt will Boeing laut McNerney in diesem Jahr zwischen 460 und 470 Flugzeuge ausliefern. Er erwarte eine ähnliche hohe Anzahl neuer Bestellungen.

Airbus-Verkaufschef wettet auf Auftragsboom

Boeings Erzrivale, die EADS-Tochter Airbus rechnet auf der Luftfahrtmesse mit einem Auftragsboom. Airbus-Verkaufschef John Leahy sagte am Samstag, er habe mit EADS-Chef Louis Gallois gewettet, dass er die Zahl der Neubestellungen aus dem ersten Halbjahr bis Ende der Messe verdoppeln werde. Im ersten Halbjahr hatte Airbus Aufträge für 131 neue Flugzeuge eingesammelt, Mit einer Verdopplung hätte Airbus das selbst gesetzte Jahresziel von 250 bis 300 Bestellungen bereits im Juli erreicht.

Als Reaktion auf die anziehende Nachfrage will Airbus die Produktion seines Verkaufsschlagers A320 möglicherweise noch weiter hochfahren als bislang geplant. Zuletzt war eine Steigerung von 34 auf 36 Maschinen pro Monat angekündigt worden. "Es könnten auch 38 Maschinen werden", sagte Leahy nun. "Das werden wir Ende Juli entscheiden.

ase/dpa



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