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13. Mai 2017, 08:06 Uhr

Lufthansa

Vorstand klagt über zu mickrige Millionengehälter

Die Lufthansa zahlt ihren Vorständen künftig deutlich höhere Boni - gegen den Willen fast aller Belegschaftsvertreter im Aufsichtsrat. Nebenbei hat das Kontrollgremium neue Top-Manager düpiert.

Die geplante Gehaltserhöhung für den Lufthansa-Vorstand sorgt nach SPIEGEL-Informationen bereits vor ihrer Umsetzung für Zwist. Am Donnerstag vergangener Woche hatte der Aufsichtsrat mehrheitlich beschlossen, die längerfristige, erfolgsbasierte Vergütung für Firmenchef Carsten Spohr und seine Kollegen deutlich anzuheben. In der Spitze wären so ab 2020 Steigerungen von bis zu 20 Prozent möglich.

Zuletzt verdienten die Lufthansa-Vorstände rund zwei Millionen Euro pro Jahr, Spohr rund eine Million mehr. Das sei viel zu wenig, heißt es in der Beschlussvorlage für das Kontrollgremium. Diese begründete den Erhöhungsantrag erstaunlich plump. Demnach sei die Fluktuation im Vorstand auch deshalb "relativ hoch", weil zu wenig bezahlt werde.

Entsprechend schwierig habe sich die Suche nach Kandidaten für zwei zuletzt ausgeschiedene Vorstände gestaltet. "Das unzureichende Vergütungsniveau wurde vom Markt bestätigt", heißt es in dem Papier. Indirekt werden damit die Nachfolger düpiert und als zweitklassig und genügsam disqualifiziert, doch das nahm das Präsidium des Aufsichtsrats offenbar in Kauf. Die Arbeitnehmervertreter in dem Gremium überzeugte die Argumentation trotzdem nicht. Bis auf einen stimmten alle gegen die Erhöhung der Bezüge.

did

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