Gewinnwarnung Lufthansa-Aktie bricht um mehr als zehn Prozent ein

Wegen des harten Wettbewerbs musste die Lufthansa ihre Gewinnziele nach unten korrigieren. An der Börse kommt das gar nicht gut an.

Lufthansa-Flugzeug auf dem Münchener Flughafen
LUKAS BARTH/ EPA-EFE/ REX/ Shutterstock

Lufthansa-Flugzeug auf dem Münchener Flughafen


Nach einer Gewinnwarnung ist der Aktienkurs der Lufthansa abgestürzt. An diesem Montagvormittag lag die Aktie der Fluggesellschaft mehr als zehn Prozent im Minus und steuerte damit auf den größten Tagesverlust seit fünf Jahren zu. Am Vorabend hatte die Lufthansa ihr Gewinnziel für das laufende Jahr nach unten korrigiert. Grund dafür sei vor allem der Preisverfall im Europaverkehr, ausgelöst durch "marktweite Überkapazitäten und aggressiv wachsende Billigkonkurrenten".

Auch die Treibstoffkosten für die Lufthansa werden demnach steigen und 550 Millionen Euro über dem Vorjahr liegen. Die Airline rechnet daher nur noch mit einem bereinigten Betriebsergebnis von 2,0 bis 2,4 Milliarden Euro statt bisher 2,4 bis 3,0 Milliarden Euro. Bei Vorlage der Quartalszahlen Mitte April war die Lufthansa noch unverändert von dieser Prognose ausgegangen.

Preiskampf mit Billiganbietern

Doch die Erträge im Europaverkehr, vor allem auf den Heimatmärkten Deutschland und Österreich, seien "unter Druck". Die "aggressiv in den Markt drängenden Wettbewerber" seien zu "erheblichen Verlusten" bereit, um ihre Marktanteile auszubauen, erklärte die Lufthansa. Die Airline gehe davon aus, dass der europäische Markt "mindestens bis Ende 2019 so herausfordernd" bleibe.

Die Billigtochter Eurowings wird laut der aktuellen Prognose in die roten Zahlen rutschen. Das Management kündigte deshalb weitere Sparmaßnahmen an, die es nächsten Montag vorstellen will.

Die Lufthansa hatte im ersten Quartal einen Verlust von 336 Millionen Euro verbucht. Im vergangenen Gesamtjahr betrug der Nettogewinn 2,2 Milliarden Euro, das waren acht Prozent weniger als 2017.

Der harte Wettbewerb in Europa macht auch anderen Airlines zu schaffen. So musste der irische Billigflieger Ryanair zuletzt deutliche Gewinneinbußen vermelden. Und der Reiseveranstalter Thomas Cook sucht derzeit nach Käufern für seine Fluglinien, zu denen auch Condor gehört.

hej/AFP



insgesamt 8 Beiträge
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duke_van_hudde 17.06.2019
1. schwache Leistung vom Vorstand
Im April angeblich noch nichts vom verfehlen der Ziele gesehen und 2 Monate später eine so deftige Gewinnwarnung raushauen ist schon ziemlich schwach und zeugt von Überhelichkeit gegenüber den Aktionären. Man kann zwar sagen das im Kurs die schlechten Zahlen shcon teilweise drin waren, aber der Verlust an Vertrauen ist dann sicher doch 12 % Wert. Das KGV sieht eigentlich sehr gut auch und die Dividendenrendite kommt langsam im Bereich wo man von ok reden kann und daher rechnet der Markt wohl noch mit einer weiteren bösen Überraschung. Sollte die Aktie vielleicht noch 20 % fallen dann könnte man vielleicht ein paar wenige Stücke kaufen. Den dann würden wir auch von der dividendnerendite in einen guten Beriech sein. Bleibt halt nur die Angst das es noch eine wietere schlechte Nachricht geben könnte.
a.peanuts 17.06.2019
2. Auch Reisebüros
Auch Reisebüros meiden mittlerweile die Lufthansa. Der Grund sind undurchschaubare Regeln und Defizit an Kundenfreundlichkeit.
purplehaze 17.06.2019
3. Weg damit
Tja, Vorstand schwach, Reisebüros meiden die Linie, ruinöser Wettbewerb, hohe Treibstoffkosten und dann nur ein Betriebsergebniss von 2 Mrd Euro? Nur weg mit der Aktie?
hirsnemehism 17.06.2019
4. und dann...
wollen sie auch noch einen Gewinnbringer, die LSG, verkaufen... So langsam bekommt man den Eindruck, der Vorstand ist angetreten, die Lufthansa abzuwickeln. Schon allein, dass man die Flugzeuge mit der neuen Lackierung kaum noch von der Konkurrenz unterscheiden kann, was mit dem alten Logo schlicht nicht möglich war, tut in meinen Augen der Lufthansa als stets erkennbarer Luftfahrtgesellschaft keinen Gefallen.
ddcoe 17.06.2019
5. Monopoly
Bei allem Verständnis, es ist ja nicht so als wenn die Lufthansa keine ordentliches Ergebnis erwarten würde. Die Ankündigung zeigt, das an der Börse nur noch Monopoly gespielt wird. 10% Kursrückgang rechtfertigt das erwartete Ergebnis auf keinen Fall.
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