Luftfahrt Einigung mit UFO bringt Lufthansa Gewinnsprung

Die Lufthansa hat ein Rekordquartal hinter sich, kürzt aber ihre Investitionen. Die größte deutsche Fluglinie rechnet mit weniger Wachstum, auch wegen der neuen Billigkonkurrenz am Heimatflughafen.

Lufthansa-Flugzeuge am Flughafen Frankfurt
REUTERS

Lufthansa-Flugzeuge am Flughafen Frankfurt


Die Einigung mit der Flugbegleiter-Gewerkschaft UFO hat sich für die Lufthansa ausgezahlt. Auf Basis des Übereinkommens mit der Gewerkschaft aus dem Sommer konnten Rückstellungen von 713 Millionen Euro aufgelöst werden, teilte die Lufthansa mit. Der Quartalsüberschuss legte dadurch im Jahresvergleich um 79 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro zu.

Trotz des guten Quartalsergebnisses zwingt der Preiskampf in der Luftfahrt die Lufthansa zum Sparen. Während der Billigflieger Ryanair für 2017 ein Flugangebot an Lufthansas Heimatbasis Frankfurt vorbereitet, streicht Deutschlands größte Fluggesellschaft ihre Wachstumspläne zusammen. "Dem Preisdruck im Luftverkehr begegnen wir mit konsequenter Kapazitäts- und Kostendisziplin", sagte Vorstandschef Carsten Spohr am Mittwoch.

Im laufenden Jahr werde das Flugangebot statt um 5,4 Prozent nur noch um 5,2 Prozent wachsen, sagte ein Sprecher. Auch bei den Investitionen kürzt der Konzern. Weil der Flugzeugbauer Bombardier einige der für die Schweizer Lufthansa-Tochter Swiss vorgesehenen C-Serie-Jets später liefert als geplant, investiert der Konzern in diesem Jahr nur 2,5 statt 2,7 Milliarden Euro. Spohr will nun möglicherweise auch gebrauchte Flugzeuge kaufen, um die Ausgaben einzudämmen, wie er in einer Konferenz mit Analysten sagte.

Ryanair stellt neues Flugangebot vor

Unterdessen muss sich Europas größte Fluggesellschaft auf neue Billigkonkurrenz an ihrem Heimatflughafen Frankfurt einrichten. Der irische Billigflieger Ryanair stellt erstmals ein Flugangebot von Deutschlands größtem Flughafen aus vor.

Bisher steuern die großen Billigflieger Frankfurt unter anderem wegen der höheren Gebühren nicht an. Auch die Lufthansa hält ihre Billigmarke Eurowings bislang von ihren Drehkreuzen Frankfurt und München fern. Weil der Billigflieger Easyjet und die zu Air France-KLM gehörende Transavia die Lufthansa inzwischen in Bayerns Hauptstadt herausfordern, will Spohr 2017 dort auch Eurowings an den Start schicken.

Ihre Eckdaten zu den ersten neun Monaten hatte die Lufthansa bereits im Oktober veröffentlicht und ihre im Juli zunächst gekappte Prognose für den operativen Gewinn (bereinigtes Ebit) wieder angehoben. Unter dem Strich sorgte vor allem die Umstellung der Betriebsrenten der Flugbegleiter für einen Gewinnsprung.

Die Lufthansa und die Gewerkschaft UFO hatten sich dazu bereits vor einigen Monaten geeinigt, in der Bilanz zeigte sich dies erst jetzt. Im Tarifstreit bei der Billigtochter Eurowings ringen beide Seiten aber weiter um eine Einigung. Vergangene Woche waren wegen eines Streiks der Flugbegleiter dort Hunderte Flüge ausgefallen.

nck/dpa/AFP

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