Trotz hoher Treibstoffkosten Lufthansa will Ticketpreise senken

Trotz gestiegener Kerosinpreise will die Lufthansa ihre Preise senken. In einem Interview kündigte Konzernchef Spohr billigere Tickets an - und erhöht im Tarifkonflikt den Druck auf die Piloten.

Enteisung auf dem Flughafen Frankfurt
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Enteisung auf dem Flughafen Frankfurt


Pünktlich zum geplanten Abschluss der Schlichtung mit den Piloten am Dienstag verstärkt Lufthansa-Konzernchef Carsten Spohr mit einem Zeitungsinterview den Druck auf die Gewerkschaft. Der Vorstandsvorsitzende der größten deutschen Fluggesellschaft kündigte - trotz gestiegener Treibstoffkosten - günstigere Flugpreise an.

"Wir gehen auch in diesem Jahr davon aus, unseren Kunden leicht reduzierte Ticketpreise anbieten zu können", sagte Spohr der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung". "Aber der Rückgang dürfte etwas niedriger ausfallen als im vergangenen Jahr."

Weil das Kerosin teurer werde, müsse das Unternehmen jedes Jahr effizienter werden, sagte Spohr - und dazu sollen wohl auch die Beschäftigten beitragen. "Daher streben wir zum Beispiel langfristig niedrigere Flughafengebühren an, und wir müssen auch bei den Personalkosten wettbewerbsfähige und damit zukunftsfeste Strukturen schaffen."

Im Tarifkonflikt mit den Piloten erhöhte Spohr so den Druck. "Es gibt Marktsegmente, in denen Sie mit unseren Personalkosten unserer Kernmarke Lufthansa nicht mehr profitabel sein können", sagte er. "Es werden niedrige Preise von den Kunden erwartet, die entsprechend niedrige Kosten erfordern."

Der umstrittene Konzerntarifvertrag gilt nur in den Cockpits der Lufthansa, der Lufthansa Cargo und der Germanwings. Das Unternehmen verlangt, die Kosten für die Piloten zu senken. Mit deren Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) läuft derzeit eine Schlichtung - sie soll an diesem Dienstag enden. "Wir gehen davon aus, dass es zu keinen größeren Verzögerungen kommt", sagte Spohr. "Beide Seiten haben sich auf diesen Zeitplan festgelegt."

nck/dpa

insgesamt 32 Beiträge
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wasistlosnix 31.01.2017
1. Welche Preise?
Ich habe noch nie ein Tarifbuch der Lufthansa gesehen. Konnte nur feststellen das obwohl ähnliche Strecke die Preise stark schwanken. Aber guter Schachzug günstigere Preise ohne Vergleichsmöglichkeit anzukündigen.
micschue 31.01.2017
2. Zu spät
Mitarbeiter und Vorstand haben das Label längst platt gefahren. Schon seit einem Jahr fliege ich nicht mehr Lufthansa.
hermannbote 31.01.2017
3. Welche hohen Kosten?
Von welchen gestiegenen Kerosinpreisen ist hier die Rede? Mir ist nicht aufgefallen, dass die Fluggesellschaften die Preise gesenkt haben, als die Ölpreise so dramatisch n den Keller gegangen sind. Oder habe ich etwas versäumt?
hevopi 31.01.2017
4. Priorität 1 ist die Sicherung
der Arbeitsplätze. Um im Wettbewerb bestehen zu können, muss sich auch die LH den angebotenen Preisen der Konkurrenz stellen können, auch die Gewerkschaft trägt dafür eine Mitverantwortung. Immer nur fordern sorgt auf Dauer dafür, dass auch dieses Unternehmen keine Zukunft hat.
ellenbetti 31.01.2017
5. im internationalen Vergleich
jammern die elitären deutschen Piloten auf einem hohen Niveau. Das Ansehen der Fluglinie scheint nicht wichtig nur die eigenen Interessen gehen vor. Und zwar so großkotzig das man sich als Fluggast wie eine Ameise fühlt. Als wäre jede Flugbewegung eine großzügige Geste der Piloten wegen und nicht derer zahlender Fluggäste. Und aus dieser Position heraus wird auch verhandelt. Gerne würde ich einen tabellarischen Vergleich sehen. Gegen andere europäische Piloten ( Wettbewerber der LH ) und anderer Berufsgruppen. Unsere Piloten schneiden sicher ganz gut ab. Teurer war LH immer aber man sich gut dabei gefühlt. Man bekommt immer mehr den Eindruck das wir die Sänfte bezahlen mit denen die Piloten getragen werden. Alles was jetzt und in der Vergangenheit aus dem Arbeitgeber gequetscht wurde, muss auch in schlechten Zeiten tragbar sein. Davon entfernen sich die Piloten samt Vereinigung immer mehr. Am besten in eine bestehende Gewerkschaft überführen. Die Zugführer gleich mit. Das Elitäre schadet massenhaft. Oder sind alle andere anderen Gewerkschaften / Mitglieder zweite Klasse ? Wir fliegen beruflich und privat nun alles was in dem Zeitplan liegt. LH hat da keinen Obolus mehr. Auch nicht auf Langstrecke. Und bitte keine Privaten Krankenversicherungen, Rentenkasse, volle Besteuerung und Vergünstigungen abschaffen für die Beamten. Aber das ist ein anderes Thema. Die sind ebenso elitär und " abgehoben ".
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