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23. Januar 2019, 13:12 Uhr

Flugbegleiter

Lufthansa droht Streik zum Start der Sommerferien

Mit der Kündigung der Tarifverträge könnte die Kabinengewerkschaft UFO für Unruhe bei Lufthansa sorgen: Die Friedenspflicht endet ausgerechnet mit dem Beginn der Sommerferien in vielen Bundesländern.

Der Lufthansa droht ausgerechnet zum Beginn der Hauptreisezeit ein Streik ihrer Flugbegleiter. Am Dienstag kündigte der Vorstand der Kabinengewerkschaft UFO nicht nur den laufenden Vergütungstarifvertrag, sondern auch den dazugehörigen Manteltarifvertrag. In ihm sind unter anderem die Arbeitszeit und Einsatzvorschriften geregelt.

Ein Lufthansa-Sprecher bestätigt den Eingang der Kündigungen. Man warte jetzt erst einmal auf das Forderungspaket der UFO. Erste Gespräche zu dem Thema soll es bereits Ende des Monats geben.

Die aktuell gültigen Vereinbarungen waren 2016 erst nach dreijährigen Verhandlungen zustandegekommen. Außerdem musste der ehemalige SPD-Politiker Matthias Platzeck als Schlichter eingreifen.

Frostige Stimmung

Noch im vergangenen Sommer sah es so aus, als würden die Gewerkschaft und die Lufthansa-Tarifkommission auf eine Kündigung erst einmal verzichten, um der Konzernführung entgegenzukommen. Davon ist inzwischen keine Rede mehr.

Seit der Vorstand von der UFO und ihrem Co-Chef Nicoley Baublies knapp eine Million Euro als Ausgleich für angeblich zu Unrecht an Funktionäre geleistete Gehaltszahlungen fordert, ist die Stimmung frostig geworden.

Die sogenannte Friedenspflicht, innerhalb der nicht gestreikt werden darf, endet am 30. Juni. Ein Warnstreik könnte womöglich schon in der Woche ab dem 1. Juli beginnen. In der Woche sind schon in rund einem Dutzend Bundesländern Sommerferien.

did

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