Flugbegleiter Lufthansa droht Streik zum Start der Sommerferien

Mit der Kündigung der Tarifverträge könnte die Kabinengewerkschaft UFO für Unruhe bei Lufthansa sorgen: Die Friedenspflicht endet ausgerechnet mit dem Beginn der Sommerferien in vielen Bundesländern.

Lufthansa-Maschine (Archiv)
DPA

Lufthansa-Maschine (Archiv)


Der Lufthansa droht ausgerechnet zum Beginn der Hauptreisezeit ein Streik ihrer Flugbegleiter. Am Dienstag kündigte der Vorstand der Kabinengewerkschaft UFO nicht nur den laufenden Vergütungstarifvertrag, sondern auch den dazugehörigen Manteltarifvertrag. In ihm sind unter anderem die Arbeitszeit und Einsatzvorschriften geregelt.

Ein Lufthansa-Sprecher bestätigt den Eingang der Kündigungen. Man warte jetzt erst einmal auf das Forderungspaket der UFO. Erste Gespräche zu dem Thema soll es bereits Ende des Monats geben.

Die aktuell gültigen Vereinbarungen waren 2016 erst nach dreijährigen Verhandlungen zustandegekommen. Außerdem musste der ehemalige SPD-Politiker Matthias Platzeck als Schlichter eingreifen.

Frostige Stimmung

Noch im vergangenen Sommer sah es so aus, als würden die Gewerkschaft und die Lufthansa-Tarifkommission auf eine Kündigung erst einmal verzichten, um der Konzernführung entgegenzukommen. Davon ist inzwischen keine Rede mehr.

Seit der Vorstand von der UFO und ihrem Co-Chef Nicoley Baublies knapp eine Million Euro als Ausgleich für angeblich zu Unrecht an Funktionäre geleistete Gehaltszahlungen fordert, ist die Stimmung frostig geworden.

Die sogenannte Friedenspflicht, innerhalb der nicht gestreikt werden darf, endet am 30. Juni. Ein Warnstreik könnte womöglich schon in der Woche ab dem 1. Juli beginnen. In der Woche sind schon in rund einem Dutzend Bundesländern Sommerferien.

did

insgesamt 7 Beiträge
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doclondon 23.01.2019
1. unsäglich!!
Dieses turnusmäßige unsägliche Theater hat inzwischen bei mir dazu geführt, dass ich nicht mehr bei Lufthansa buche, wenn ich mit der Familie verreise. Dieses Roulettespiel möchte ich meinen Nerven ersparen! Wer will schon mit den Kindern auf dem Weg in den Urlaub am Flughafen stehen um dann mitgeteilt zu bekommen, dass der Flieger nicht geht. Das mag sich im Verhältnis zu den sonstigen Probleme in der Welt zwar engstirnig anhören, dennoch kann ich mir das ersparen. Schade eigentlich -- ich würde gerne die Lufthansa unterstützen.
exHotelmanager 23.01.2019
2.
Die Lufthansa fliegt schon lange nicht mehr zu den Urlaubszielen des Durchschnittsbürgers. Es könnte bestenfalls ein Luxusproblem werden.
birka12 23.01.2019
3. Englische Verhältnisse
Wie in England bevor Thatcher kam. Jede kleine Schlüsselgruppe legt das Unternehmen lahm, das hat mit demokratischen, freiheitlichen Gegebenheiten nichts mehr zu tun. Hier müsste der Gesetzgeber eingreifen, eine Gewerkschaft für das ganze Personal.
NauMax 23.01.2019
4.
Zitat von birka12Wie in England bevor Thatcher kam. Jede kleine Schlüsselgruppe legt das Unternehmen lahm, das hat mit demokratischen, freiheitlichen Gegebenheiten nichts mehr zu tun. Hier müsste der Gesetzgeber eingreifen, eine Gewerkschaft für das ganze Personal.
Stimmt schon. In der Industrie ist ja z.B. die IG Metall auch für alle Mitarbeiter eines Unternehmens zuständig, nicht nur für die Metallarbeiter. Im Grunde müsste man alle Splittergewerkschaften der Luftfahrtbranche zu einer großen Gewerkschaft zusammenführen, die dann aber auch für Arbeitnehmer aller in Deutschland operierenden Airlines offen ist. Der gegenwärtige Zustand ist nichts als Erpressung und wird langfristig zum Konkurs der Lufthansa führen - woran den Gewerkschaften auch nicht gelegen sein kann.
agreatwaytofly 23.01.2019
5. Den Ball flach halten
Lufthansa wird sich einen ähnlichen Sommer wie in 2018 nicht leisten wollen. Der Personalvorstand wird also alles versuchen, um es nicht zum Streik kommen zu lassen. Bevor hier die ersten wieder zum Boykott aufrufen (um dann mit einer Ryanair zu fliegen, die ja noch nie bestreikt wurde - haha!), sollte man lieber den Ball flach halten.
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