Wegen Flughafenchaos Lufthansa fährt Kapazitäten langsamer hoch als geplant

Die Lufthansa wollte in diesem Sommer eine Auslastungsquote von 85 Prozent des Vor-Corona-Niveaus erreichen. Doch daraus wird wegen des Personalmangels nichts. Einen üppigen Gewinn meldet die Airline trotzdem.
Mitarbeiterin des Bodenpersonals am Frankfurter Flughafen

Mitarbeiterin des Bodenpersonals am Frankfurter Flughafen

Foto: Fabian Sommer/ dpa

Die Lufthansa kann in diesem Sommer nicht das Ticketangebot liefern, das sie ursprünglich geplant hatte. Von Juni bis September seien bei den Passagier-Airlines 80 Prozent der Kapazität von vor der Coronakrise geplant, teilte die Lufthansa mit. Bislang seien 85 Prozent des Vorkrisenjahres 2019 angepeilt gewesen.

Die Lufthansa hat derzeit mit großen Problemen zu kämpfen. Denn der Personalmangel bei Airlines und vor allem bei Bodendienstleistern sorgt für teils chaotische Zustände an deutschen Flughäfen. Um die Abläufe einigermaßen zu stabilisieren, musste allein die Kernmarke Lufthansa in den Sommermonaten schon mehr als 7000 Flüge streichen - vor allem an ihren Drehkreuzen Frankfurt und München. Zudem hatte vergangene Woche das Bodenpersonal gestreikt. Am Frankfurter Flughafen strandeten zahlreiche Passagiere.

Während sich Reisende über lange Warteschlangen an den Flughäfen ärgern, hat die Lufthansa im zweiten Quartal wieder einen üppigen Gewinn erzielt. Im zweiten Quartal hat der kriselnde Konzern einen operativen Gewinn von 393 Millionen Euro verzeichnet. Auch für das Gesamtjahr rechnet der Konzern mit schwarzen Zahlen: Der Gewinn dürfte mehr als eine halbe Milliarde Euro erreichen, teilte das Unternehmen mit. Im zweiten Quartal erzielte die Lufthansa einen Umsatz von knapp 8,5 Milliarden Euro und damit gut zweieinhalbmal so viel wie im pandemiegeprägten Vorjahreszeitraum.

Das erste Halbjahr sei für Fluggäste und Mitarbeiter herausfordernd gewesen, sagte Lufthansa-Chef Carsten Spohr. »Weltweit geriet die Airline-Industrie an ihre operativen Grenzen.« Dennoch schaue das Management optimistisch in die Zukunft. Vor einigen Wochen hatte sich der Lufthansa-Chef dafür entschuldigt, an der ein oder anderen Stelle zuviel gespart zu haben.

hej/Reuters
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