Preiskampf Lufthansa-Gewinn bricht um 25 Prozent ein

Höhere Kerosinpreise und ein harter Preiskampf im Europageschäft setzen der Lufthansa zu. Der Konzern legte schlechte Zahlen für das zweite Quartal vor.

Airbus A320neo der Lufthansa in Belgrad (Archiv)
Djordje Kojadinovic / REUTERS

Airbus A320neo der Lufthansa in Belgrad (Archiv)


Die Lufthansa hat im zweiten Quartal einen deutlichen Gewinneinbruch verzeichnet. Obwohl der Umsatz mit 9,6 Milliarden Euro rund vier Prozent höher ausfiel als im Vorjahresquartal, ging der operative Gewinn, das bereinigte Ebit, um 25 Prozent auf 754 Millionen Euro zurück, teilte der Dax-Konzern mit. Der Überschuss sackte wegen einer bereits angekündigten Steuerrückstellung sogar um 70 Prozent auf 226 Millionen Euro ab.

"Unser Ergebnis wird durch harten Konkurrenzkampf in Europa mit hohen Überkapazitäten beeinflusst", sagte Finanzchef Ulrik Svensson. Die Lufthansa Chart zeigen teilte mit: "Wir erwarten, dass der europäische Markt bis mindestens Ende 2019 weiter vom Preiskampf belastet bleibt." Vor allem in Deutschland und Österreich sei der Wettbewerb mit den expandierenden Billigfluggesellschaften hart.

Lufthansa-Chef Carsten Spohr steht derzeit unter starkem Druck. Mitte Juni musste er sein Gewinnziel für 2019 zusammenstreichen. Die Lufthansa geht nun von einem operativen Gewinn zwischen 2,0 und 2,4 Milliarden Euro aus. Ursprünglich hätten es 2,4 bis 3,0 Milliarden Euro werden sollen.

Grund dafür ist vor allem die schwächelnde Tochter Eurowings. Die Airline leidet unter dem harten Preiskampf mit Ryanair, Easyjet und Wizz im europäischen Luftverkehr. Spohr hat der Billigtochter deshalb einen Sparplan verordnet. So gibt Eurowings die Verantwortung für ihre Langstreckenflüge an den Mutterkonzern ab. Ab dem Winterflugplan soll sich die Gesellschaft auf Kurz- und Mittelstreckenflüge konzentrieren.

An diesem Montag waren zudem Überlegungen zum Umbau der Lufthansa in eine Holding bekannt geworden. Im Vorstand und in Teilen des Aufsichtsrats wird dem "Handelsblatt" zufolge über eine neue, schlankere Konzernstruktur diskutiert. Ziel sei es, die Komplexität des Unternehmens zu reduzieren. So könnten die einzelnen Airlines der Gruppe, wie etwa der verlustträchtige Billigflieger Eurowings, mehr Freiheiten bekommen und so möglicherweise besser vorankommen.

kko/dpa/Reuters



insgesamt 13 Beiträge
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Geopolitik 30.07.2019
1.
Der Grund ist wohl auch der vergleichsweise schlechte Service bei der Lufthansa-Gruppe. So wurde ich erst letzte Woche in London von einem Mitarbeiter beleidigt als ich eine Frage zum einchecken stellte. Und die rüde Art ist kein Einzelfall denn man meint bei der Lufthansa Gruppe anscheinend immer noch was besseres zu sein. Da fliege ich entspannter mit effizienten Billigairlines aus Europa oder Asien!
fatherted98 30.07.2019
2. Preiskampf?
....evtl.. sollte man da genauer hinsehen. Die berühmten 19,95 Flüge gibt es nur selten bis gar nicht....mit allen Zusatzkosten (vor allem mit einem Flug zurück) kommt man da locker auf 200 Euro....manchmal auch mehr. Es liegt bei der Lufthansa, wie bei vielen Großunternehmen, an einer aufgeblähten Verwaltung. Die Niedrig-Löhner hat man schon lange in Zeitarbeitsfirmen ausgelagert....kann also nicht an zu hohen Löhnen liegen...und Kerosin muss jeder tanken....oder fliegt Ryan Air mit Solarstrom?
JulchenFlieger 30.07.2019
3. Und dann noch das Humankapital verspielen
Als Aktionär, Vielflieger und mit familiärem Lufthansaverbund stelle ich mir aktuell die Frage ob das Management noch alle beieinander hat. Die Manöver, die dieses aktuell gegen seine für eine Airline doch so wichtigen Mitarbeiter fährt, sind bestens geeignet auch noch den letzten Rest immer noch vorhandener intrinsischer Motivation auf Null zu bringen. Damit wird der Geschäftserfolg ja allerbestens gesichert. Die Entwicklung des Aktienkurses scheint darauf hinzuweisen, dass diese Form des Missmanagements auch an den Märkten inzwischen durchgesickert ist. Auch die Kunden lassen sich kaum noch von den (gekauften) Skytrax-Sternen blenden.
SpitzensteuersatzZahler 30.07.2019
4.
Mit Sparen kann man in der Luftfahr nichts verdienen. Die Kunden gehen zum besseren Produkt und es wird noch schlimmer.
Der_Theo 30.07.2019
5. Das Problem
Das Problem der Lufthansa ist Hausgemacht. Wie kann man als Untrernehmen erwarten, dass Passagiere, die durch Verspaetung einen Anschlussflug von Frankfurt nach Osaka verpassen, mit einem Hotelvoucher abgespest werden nicht zur Konkurenz wechseln. Und nicht nur das. Unterstuetzung am Rhei/Main Flughafen gleich Null. Voucher in der Hand und sich ueber 3! Infopoints durchfragen. Ersatzflug nach Shanghai usw. Verspaetung total bei Ankunft 11 Stunden. Und noch nicht einmal eine einfache Entschuldigung. Nur dumme Aeusserungen der Flugbegleiter. Also danach nur noch KLM, AF und Turkish Airlines! Aber dieses im Grunde genommene arrogante Auftreten ist inzwischen syntomatisch fuer Deutsche Unternehmen. BMW antwortet auch nicht und das Verhalten der VW-Guppe sagt alles.
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