Attacke durch Leerverkäufe Hedgefonds wetten auf Kurssturz der Lufthansa

Die Lufthansa-Aktie bricht ein und sie machen Gewinne: Sogenannte Shortseller spekulieren nach SPIEGEL-Informationen mit Wertpapieren der Fluggesellschaft - und sind dabei so aggressiv wie noch nie.

Lufthansa-Maschinen am Frankfurter Flughafen
REUTERS

Lufthansa-Maschinen am Frankfurter Flughafen


Die Lufthansa ist ins Visier von Hedgefonds geraten. Spekulanten haben nie zuvor so aggressiv auf einen Kursverfall der Fluggesellschaft gewettet wie in den vergangenen Wochen. Fast ein Fünftel der Lufthansa-Aktien war zuletzt an sogenannte Shortseller verliehen, mehr als bei jedem anderen Dax-Konzern. (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Die neue Ausgabe finden Sie hier.)

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Heft 33/2016
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Shortseller, auch bekannt als Leerverkäufer, verkaufen die geliehenen Aktien, um sich später zu einem niedrigeren Kurs wieder einzudecken, die Papiere an den Verleiher zurückzugeben und die Differenz als Gewinn einzustreichen. Die große Attacke von Hedgefonds wie Blackrock, Marshall Wace und Blue Ridge Capital begann im Juni.

Nach dem Brexit-Referendum brach der Kurs ein. Am 4. Juli bekräftigte Lufthansa-Chef Carsten Spohr die Gewinnprognose für das laufende Jahr zwar noch, am 20. Juli aber kassierte er die Ziele. Er begründete dies mit ausbleibenden Buchungen wegen der Terrorattacken und der politischen Unsicherheit in Europa.

Danach sackte der Kurs erneut ab. Die Hedgefonds hatten den richtigen Riecher oder gute Informationen. Einige haben inzwischen einen Teil ihrer Gewinne mitgenommen.

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insgesamt 87 Beiträge
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wolbit 12.08.2016
1. Systemfrage
Wenn ein System solche Auswüchse zulässt muss das System geändert werden.
dajafung 12.08.2016
2. Das so etwas überhaupt möglich ist
Es schafft keinen Wert, es raubt Geld von Menschen die etwas für Ihre Altersvorsorge tun wollen. Es ist einfach nicht zu verstehen. Wenn sich viele Milliardenschwere Unternehmen koordiniert absprechen können sie nur gewinnen. Wenn 20% der Lufthansaaktien koordiniert verkauft werden wird der Kurs fallen - verlieren tun die, die ihr Geld langfristig anlegen wollen. Und was passiert schon jemandem der 5 Milliarden verzockt? Auch nicht viel mehr als einem gewöhnlichen Tanstellenräuber.
weißbrot 12.08.2016
3.
Zitat von wolbitWenn ein System solche Auswüchse zulässt muss das System geändert werden.
Sie regen sich also darüber auf, dass andere Spekulanten hier möglicherweise Geld verloren haben? Personen, die die Lufthansaaktie lange halten oder überhaupt keine besitzen sind doch gar nicht geschädigt.
Thunder79 12.08.2016
4. @1
Das perfekte System gibt es nicht. Das "aktuelle" System ist immer noch das friedlichste und verspricht Wohlstand und Gesundheit. Da sind solche Misstände dass an der Börse Monopoly gespielt wird doch noch verkraftbar.
salkin 12.08.2016
5.
Der Begriff Leerverkauf ist hier eigentlich irreführend. Hier werden Aktienbestände, die tatsächlich vorhanden sind, verkauft in der Hoffnung sie später günstig zurück kaufen zu können. Eigentlich normales Geschäft und für langfristig orientierte Anleger eine gute Kaufmöglichkeit. Heute war die Lufthansaaktie der Topwert im DAX. Der sogenannte "Leerverkäufer", und nur er, geht das Risiko ein diese Aktien, die er sich nur geliehen hat, innerhalb einer vereinbarten Frist wieder kaufen zu müssen um sie wieder zurück zu geben. Das ist sein Risiko und nur seins und betrifft niemanden sonst.
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