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16. August 2019, 18:14 Uhr

Tarifstreit

Lufthansa lässt Gewerkschaftsstatus von UFO gerichtlich prüfen

Im Dauerstreit mit UFO lässt die Lufthansa ein Gericht überprüfen, ob die Organisation überhaupt als Gewerkschaft agieren darf. Zudem will der Konzern die Gewinnbeteiligung des Kabinenpersonals drastisch kürzen.

Die Lufthansa will den Status der Unabhängigen Flugbegleiter Organisation (UFO) als Gewerkschaft gerichtlich überprüfen lassen. Ein entsprechender Antrag sei beim Landesarbeitsgericht Frankfurt eingereicht worden, teilte die Lufthansa mit. "Seit Monaten hat die Gewerkschaft keinen vertretungsberechtigten Vorstand eingesetzt und ist damit nicht in der Lage, ihre Rolle als Tarifpartner auszufüllen", begründet das Unternehmen sein Vorgehen. Dies sei aber im Interesse der mehr als 20.000 Flugbegleiter notwendig.

Seit Monaten lehnen die Lufthansa und ihre Tochter Eurowings es ab, mit der UFO Tarifverhandlungen zu führen. Vorangegangen war ein heftiger Führungsstreit in der Spartengewerkschaft, in dessen Verlauf zahlreiche Mitglieder des Vorstands wie auch des Beirates zurückgetreten sind, darunter der langjährige Gewerkschaftschef Nicoley Baublies. Es gab gegenseitige Vorwürfe der Untreue und staatsanwaltschaftliche Ermittlungen. Die UFO hat wegen der Zweifel an ihrer Führung eine bereits begonnene Urabstimmung über Streiks des Kabinenpersonals bei Eurowings ausgesetzt.

Knapp 20 Millionen weniger Gewinnbeteiligung

UFO-Vize Daniel Flohr bezeichnete das Vorgehen des Unternehmens als weiteren Versuch, Tarifverhandlungen und Streiks zu verzögern sowie die Belegschaft zu verunsichern. Die UFO müsse sich keine Sorgen um ihren Gewerkschaftsstatus machen, sagte Flohr. Das werde schon das Arbeitsgericht Frankfurt anerkennen, das am 25. September entscheidet, ob UFO Tarifverträge bei der Lufthansa rechtmäßig gekündigt hat.

Zudem streiten sich die Lufthansa und UFO nach SPIEGEL-Informationen über die Höhe der Gewinnbeteiligung des Kabinenpersonals für das laufende Jahr. Der Konzern will den Betrag auf Basis ihrer Ertragsprognose für 2019 um knapp 20 Millionen Euro kürzen. Die Lufthansa begründet das damit, einige Einspar- und Wachstumsziele nicht erreicht habe, die Teil eines im Sommer 2016 vereinbarten Tarifpakets waren.

Die UFO-Funktionäre erkennen die Lufthansa-Kalkulation jedoch nicht an. Eventuelle Abweichungen seien auf Managementfehler wie eine verfehlte Personalplanung zurückzuführen und dürften deshalb nicht den Beschäftigten angelastet werden, argumentieren sie. Sollte der Konzern nicht einlenken, wollen die UFO-Funktionäre den Konflikt gerichtlich klären lassen.

fdi/dpa

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