Tarifstreit Lufthansa lässt Gewerkschaftsstatus von UFO gerichtlich prüfen

Im Dauerstreit mit UFO lässt die Lufthansa ein Gericht überprüfen, ob die Organisation überhaupt als Gewerkschaft agieren darf. Zudem will der Konzern die Gewinnbeteiligung des Kabinenpersonals drastisch kürzen.

Flugbegleiter bei UFO-Streik im Oktober 2016 (in Köln): Hat die Gewerkschaft einen Vorstand, der Verhandlungen führen darf?
DPA

Flugbegleiter bei UFO-Streik im Oktober 2016 (in Köln): Hat die Gewerkschaft einen Vorstand, der Verhandlungen führen darf?


Die Lufthansa will den Status der Unabhängigen Flugbegleiter Organisation (UFO) als Gewerkschaft gerichtlich überprüfen lassen. Ein entsprechender Antrag sei beim Landesarbeitsgericht Frankfurt eingereicht worden, teilte die Lufthansa Chart zeigen mit. "Seit Monaten hat die Gewerkschaft keinen vertretungsberechtigten Vorstand eingesetzt und ist damit nicht in der Lage, ihre Rolle als Tarifpartner auszufüllen", begründet das Unternehmen sein Vorgehen. Dies sei aber im Interesse der mehr als 20.000 Flugbegleiter notwendig.

Seit Monaten lehnen die Lufthansa und ihre Tochter Eurowings es ab, mit der UFO Tarifverhandlungen zu führen. Vorangegangen war ein heftiger Führungsstreit in der Spartengewerkschaft, in dessen Verlauf zahlreiche Mitglieder des Vorstands wie auch des Beirates zurückgetreten sind, darunter der langjährige Gewerkschaftschef Nicoley Baublies. Es gab gegenseitige Vorwürfe der Untreue und staatsanwaltschaftliche Ermittlungen. Die UFO hat wegen der Zweifel an ihrer Führung eine bereits begonnene Urabstimmung über Streiks des Kabinenpersonals bei Eurowings ausgesetzt.

Knapp 20 Millionen weniger Gewinnbeteiligung

UFO-Vize Daniel Flohr bezeichnete das Vorgehen des Unternehmens als weiteren Versuch, Tarifverhandlungen und Streiks zu verzögern sowie die Belegschaft zu verunsichern. Die UFO müsse sich keine Sorgen um ihren Gewerkschaftsstatus machen, sagte Flohr. Das werde schon das Arbeitsgericht Frankfurt anerkennen, das am 25. September entscheidet, ob UFO Tarifverträge bei der Lufthansa rechtmäßig gekündigt hat.

Zudem streiten sich die Lufthansa Chart zeigen und UFO nach SPIEGEL-Informationen über die Höhe der Gewinnbeteiligung des Kabinenpersonals für das laufende Jahr. Der Konzern will den Betrag auf Basis ihrer Ertragsprognose für 2019 um knapp 20 Millionen Euro kürzen. Die Lufthansa begründet das damit, einige Einspar- und Wachstumsziele nicht erreicht habe, die Teil eines im Sommer 2016 vereinbarten Tarifpakets waren.

Die UFO-Funktionäre erkennen die Lufthansa-Kalkulation jedoch nicht an. Eventuelle Abweichungen seien auf Managementfehler wie eine verfehlte Personalplanung zurückzuführen und dürften deshalb nicht den Beschäftigten angelastet werden, argumentieren sie. Sollte der Konzern nicht einlenken, wollen die UFO-Funktionäre den Konflikt gerichtlich klären lassen.

fdi/dpa



insgesamt 8 Beiträge
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Seite 1
brooklyner 16.08.2019
1.
Dann sollte UFO mal prüfen wie die Lufthansa es geschafft hat in die 5 Star Liga zu kommen - sicher nicht durch Qualität und Kundenfreundlichkeit oder ruhig auch Mal prüfen, ob nicht die Lufthansa ein klitzekleines Rieseninteresse daran hat, dass der BER nie öffnet.
Alfred Ahrens 16.08.2019
2. Danke LUFTHANSA!
Wie viele andere Kunden auch, war ich mehrfach durch Aktionen der UFO gezwungen Verspätungen hinzunehmen. Sehr gut, daß jetzt die UFO mal auf den Prüfstand kommt. Endlich !
g.s-sanet 16.08.2019
3. Danke Herr Ahrens!
Ein paar pünktliche Flüge sind wichtiger als die sozialen Interessen von Arbeitnehmern. Willkommen im 21.Jahrhundert, die Hunger-Games lassen grüßen.
dennis.hoppler 16.08.2019
4. Ach Herr Ahrens
Sie Allerärmster mussten also Verspätungen erleiden, weil die Mitarbeiter eines großen Vorzeigeunternehmens es nicht einfach hinnehmen wollten und wollen, dass in den Vorstandsetagen Wasser gepredigt und Wein getrunken wird. Wenn es dabei um Ihre persönlichen Arbeitsbedingungen gegangen wäre, würden Sie ihre Tränen bestimmt nicht im Spon-Forum vergießen.
gruen99 17.08.2019
5. hallo Herr Hoppler (#4)
So lange die Lufthansa ihre Flugbegleiter nicht wie Ryans Air behandelt und unsereins bereit ist entsprechend höhere Kosten hierfür zu tragen, will ich auch keine Verspätungen erleiden !
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