Streit um Konzernumbau Lufthansa-Piloten drohen mit Streiks bis Weihnachten

Der Lufthansa-Streik am Dienstag könnte nur ein Auftakt sein. Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit droht mit mehrtägigen Streiks in jeder Woche bis Jahresende. Nur die Weihnachtsfeiertage sollen in jedem Fall ausgeklammert werden.

Lufthansa-Maschinen in Frankfurt: Großzügiges Angebot abgelehnt?
DPA

Lufthansa-Maschinen in Frankfurt: Großzügiges Angebot abgelehnt?


Im Tarifkonflikt mit der Lufthansa Chart zeigen droht die Pilotengewerkschaft Cockpit (VC) auch für die kommenden Monate mit Ausständen. "Grundsätzlich ist bis auf Weiteres in jeder Woche mit Streiks zu rechnen", sagte VC-Sprecher Markus Wahl SPIEGEL ONLINE. Nur Arbeitsniederlegungen an den Weihnachstagen schließe man derzeit aus.

Nachdem in der vergangenen Woche erneut Tarifgespräche zwischen VC und Lufthansa gescheitert waren, hatte die Gewerkschaft für Dienstag einen neuen Streik angekündigt. Dieser ist zunächst auf 16 Stunden befristet, soll aber offenbar nur der Auftakt zu einem umfassenderen Arbeitskampf sein. Auf Informationsveranstaltungen von VC wurden nach Informationen von SPIEGEL ONLINE mehrtägige Streiks in jeder Woche in Aussicht gestellt.

Offiziell richtet sich der Streik nur gegen geplante Änderungen bei der Übergangsversorgung. Die Piloten wehren sich jedoch auch gegen einen umfassenden Konzernumbau, den Lufthansa-Chef Carsten Spohr vorantreibt. Bei der neuen Konzerntochter Eurowings mit Sitz in Österreich werden Piloten zu Gehältern angestellt, die rund 40 Prozent unter dem bisher bei Lufthansa üblichen Niveau liegen.

Die Gewerkschaft hatte der Lufthansa nach eigenen Angaben zuletzt Zugeständnisse im Gegegenwert von rund 500 Millionen Euro gemacht. Spohr habe es jedoch abgelehnt, für die Dauer der Verhandlungen die Verlagerung von Flugzeugen ins Ausland zu unterbrechen. Lufthansa beteuerte hingegen, man habe "weitgehende, weitreichende" Angebote unterbreitet. Als Reaktion auf die Streikankündigung strich das Unternehmen für Dienstag jede zweite Langstreckenverbindung.

dab



insgesamt 89 Beiträge
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Seite 1
uulmann 07.09.2015
1.
Wieso wird für Freitag jede zweite Langstreckenverbindung gestrichen, wenn für Dienstag Streik angekündigt ist?
tulius-rex 07.09.2015
2. Lufthansa
Man macht sich schon so seine Gedanken, wenn man das Flüchtlings- und Kriegselend ins Verhältnis zum Lufthansastreik-for nothing- setzt. Die geringfügigen, verglichen mit anderen Berufsgruppen durchaus verkraftbaren Änderungen, die der Konzern plant um sich zukunftsfähig zu machen, stehen in keinem Verhältnis zur Erpressungsbereitschaft einer ohnehin privilegierten Berufsgruppe. Am besten man cancelled das gesamte Logo "Lufthansa", das ohnehin aus dem 3. Reich stammt und formt eine gänzlich neue, zukunftsfähige Firma ohne althergebrachten Ballast wie Lufthansa-Lounges, Superversorgung und Meilenzirkus. Innereuropäisch fliegen ist heute wie busfahren, nur etwas schneller. Darauf müssen sich Fluglinien halt einstellen.
Orthoklas 07.09.2015
3. Schmeißt die Gierhälse raus!
Was die Tiefflieger da machen, ist Erpressung - auf Knochen der zahlenden Kundschaft! Streiten kann und soll man sich auch von mir aus - aber diese Streikandrohung sprengt Anstand und Sitte!
archivdoktor 07.09.2015
4. Es reicht
Zeit, dass Etihad oder Emirates die Lufthansa schluckt. So langsam reicht es mir!
Saturn48 07.09.2015
5. Die sollen mal aufpassen
dass bei der wirtschaftlich Lage der Fluggesellschaft die Jungs nicht für immer streiken müssen. Die Mitanbieter sind ja mit ihren Marktanteil Eroberungen nicht gerade zimperlich. Es wäre auch letztlich schade um unsere Lufthansa wen die den Bach runter gehen würde.
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