Tarifkonflikt Lufthansa-Piloten sind zu Schlichtung bereit

Bewegung im festgefahrenen Streit bei der Lufthansa: Die Pilotengewerkschaft Cockpit stimmt einer Schlichtung zu. Streiks sollen von Beginn der Gespräche an bis Ende Juli vom Tisch sein.

Lufthansa-Maschine: Bewegung im Streit
dpa

Lufthansa-Maschine: Bewegung im Streit


Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit nimmt den Vorschlag der Lufthansa für eine Gesamtschlichtung an. Das teilte die Vereinigung Cockpit (VC) am Mittwoch mit. "Nun muss zügig ein Schlichter gefunden werden, mit dem die Details und Inhalte der Schlichtung abgestimmt werden", sagte VC-Sprecher Markus Wahl. "Wir begrüßen den Schritt", sagte ein Lufthansa-Sprecher in einer ersten Reaktion.

Die Gewerkschaft verzichtet nach eigenen Angaben auf weitere Streiks von Beginn der Schlichtung an bis Ende Juli 2015. "Bis dahin sollte absehbar sein, ob ein Schlichtungsprozess zielführend ist und fortgesetzt werden kann." Im härtesten Tarifkonflikt der Unternehmensgeschichte hat es seit April 2014 bislang ein Dutzend Streikrunden gegeben.

VC hatte eine Schlichtung über alle offenen Tariffragen seit Langem gefordert, die Lufthansa hatte das stets mit dem Argument abgelehnt, man habe zu einzelnen Punkten noch gar nicht verhandelt. Hintergrund des festgefahrenen Konflikts ist auch die umstrittene Einführung der neuen Billig-Plattform Eurowings, die von der VC kritisiert wird, aber als Unternehmensentscheidung nicht Gegenstand von Tarifverhandlungen sein kann.

Lufthansa-Chef Carsten Spohr war schließlich auf der Hauptversammlung Ende April einen Schritt auf die Pilotengewerkschaft zugegangen und hatte eine Gesamtschlichtung angeboten, um weitere Streiks zu vermeiden. Dem Unternehmen zufolge sind mit der VC sechs Tarifverträge offen, unter anderem zum Gehalt, zur Übergangsversorgung und zu den Betriebsrenten der rund 5400 Piloten der Fluggesellschaften Lufthansa, Lufthansa Cargo und Germanwings.

yes/Reuters/dpa



insgesamt 21 Beiträge
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Seite 1
zshh 13.05.2015
1. na endlich....
...wurde auch langsam mal zeit.
Muttimörkel 13.05.2015
2. na endlich!
Dieses Ergebnis hätte die Lufthansa auch schon viel früher haben können!
fabi.c 13.05.2015
3. Als Kunde...
Als Kunde der Lufthansa finde ich es gut,dass beidenParteien auf einander zu gehen. Ich frage mich wer pokert?und weshalb hat man nicht vorher eine Gesamtschlichtung zugestimmt ? Vertrauen verloren Kunden verloren, Einsicht gewonnen? Hoffentlich spielt Lufthansa nicht auf Zeit. (wg. Tarif-Einheitsgesetz).
bernd.stromberg 13.05.2015
4.
Zitat von fabi.cAls Kunde der Lufthansa finde ich es gut,dass beidenParteien auf einander zu gehen. Ich frage mich wer pokert?und weshalb hat man nicht vorher eine Gesamtschlichtung zugestimmt ? Vertrauen verloren Kunden verloren, Einsicht gewonnen? Hoffentlich spielt Lufthansa nicht auf Zeit. (wg. Tarif-Einheitsgesetz).
Diese Idee halte ich für eher unrealistisch. Bisher ist ja überhaupt fraglich ob das Tarif-Einheitsgesetz in der Form überhaupt kommt, wann genau es kommt und ob es dann überhaupt bestand hat. Des Weiteren wäre dann noch fraglich ob es in diesem Fall überhaupt anwendbar ist (immerhin geht es hier ja nicht um einen Konflikt mit einer anderen Gewerkschaft, wie bei der GDL vs. EVG Sache).
spiegel0111 13.05.2015
5.
Zitat von MuttimörkelDieses Ergebnis hätte die Lufthansa auch schon viel früher haben können!
Wieso? Die VC hat doch auf einer Gesamtschlichtung bestanden und nicht, wie jetzt vereinbart, auf einer Schlichtung der offenen Tarifverträgen. Die VC hätte das schon früher haben können.
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