Arbeitskampf Lufthansa-Piloten streiken am Dienstag

Die Piloten der Lufthansa wollen am Dienstag streiken. Betroffen sind alle Langstreckenverbindungen aus Deutschland heraus. Das gab die Pilotengewerkschaft Cockpit bekannt.
Lufthansa-Maschinen in München: Am Dienstag keine Langstreckenflüge

Lufthansa-Maschinen in München: Am Dienstag keine Langstreckenflüge

Foto: MICHAELA REHLE/ REUTERS

Am Dienstag wird die Lufthansa von ihren Piloten bestreikt: Von 8 Uhr bis 23.59 Uhr werden keine Langstreckenflüge aus Deutschland starten, teilte die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) am Montag mit. Außerdem betreffe die Arbeitsniederlegung alle Abflüge von Lufthansa Cargo aus Deutschland.

Der Konzern reagierte "mit großem Bedauern" auf die Ankündigung. Noch im Laufe des Montags werde ein Sonderflugplan bekannt gegeben, sagte eine Lufthansa-Sprecherin.

In der vergangenen Woche waren Tarifgespräche zwischen der Fluggesellschaft und den Piloten nach langwierigen Verhandlungen gescheitert und die Gewerkschaft hatte Streiks angedroht. Der Konflikt zieht sich seit eineinhalb Jahren hin - es ist der 13. Streik in dem laufenden Tarifkonflikt. Die bisher zwölf Streikrunden seit April 2014 haben der Lufthansa nach Unternehmensangaben mehr als 300 Millionen Euro Schaden zugefügt.

Wie die Gewerkschaft auf Ihrer Website mitteilte, sind alle Abflüge mit den Flugzeugmodellen A380, A330/340 und B747 betroffen, und das sind alle Langstreckenverbindungen aus Deutschland heraus.

Die Vereinigung Cockpit wirft dem Lufthansa-Management vor, nicht auf das Angebot der Gewerkschaft eingegangen zu sein. Nach Darstellung der VC hat das Unternehmen es in einem Spitzengespräch mit Vorstandschef Carsten Spohr abgelehnt, die geplante Verlagerung von Flugzeugen und Arbeitsplätzen ins Ausland für die Zeit der Verhandlungen auszusetzen.

Die VC habe im Zuge des vom Unternehmen selbst geforderten "Bündnis für Wachstum und Beschäftigung" ein Gesamtpaket mit "weitreichenden Zugeständnissen im Wert von über 500 Millionen Euro angeboten", heißt es bei VC. Neben einem späteren Eintritt in den Vorruhestand sollte innerhalb des Konzerntarifvertrags eine Tarifgruppe für Billigflieger eingeführt werden.

"Zuletzt hatte die Lufthansa der VC am vergangenen Wochenende zwei Gesprächsangebote unterbreitet. Diese klangen nur auf den ersten Blick vielversprechend. Eine genauere Analyse zeigte jedoch, dass die Inhalte erneut substanzlos waren", heißt es in der Mitteilung der Gewerkschaft. Die Lufthansa-Sprecherin sagte, das Unternehmen habe am Wochenende "weitgehende, weitreichende" Angebote gemacht.

Spohr setzt auf die Rückendeckung seiner Aktionäre im Arbeitskampf mit den Piloten. "Per se goutiert der Finanzmarkt, wenn wir in diesen Arbeitskämpfen hart bleiben", hatte Spohr in der vergangenen Woche gesagt. Die Gewerkschaft teilte mit, weiter für Gespräche zur Verfügung zu stehen.

nck/Reuters/dpa
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