Tarifstreit Lufthansa-Piloten wollen am Freitag streiken

Mehr Gehalt und Inflationsausgleich: Im Tarifstreit zwischen der Lufthansa und der Vereinigung Cockpit verhärten sich die Fronten. Nun ruft die Gewerkschaft die Pilotinnen und Piloten für Freitag zum Streik auf.
Droht am Boden zu bleiben: Eine Lufthansa-Maschine am Flughafen Frankfurt am Main

Droht am Boden zu bleiben: Eine Lufthansa-Maschine am Flughafen Frankfurt am Main

Foto: Kai Pfaffenbach / REUTERS

Angesichts gescheiterter Tarifverhandlungen mit der Lufthansa-Kerngesellschaft und seiner Frachttochter Cargo ruft die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) die Pilotinnen und Piloten der Airline zum Streik auf. Demnach soll am Freitag, dem 2. September, zwischen 00:01 Uhr und 23:59 Uhr die Arbeit ruhen. Das teilte die Gewerkschaft in einer Pressemitteilung mit.

An den seit Dienstag wieder intensiv geführten Sondierungsgesprächen habe die Arbeitgeberseite zwar teilgenommen, diese »aber nicht genutzt, um sich mit einem verbesserten Angebot auf die Forderungen der Gewerkschaft zuzubewegen«, erklärte Cockpit-Sprecher Matthias Baier. Die Verhandlungen seien gescheitert. »Daher bleibt uns nur, mit einem Arbeitskampf unseren Forderungen Nachdruck zu verleihen«, hieß es in dem Statement weiter.

Laut Marcel Gröls, dem Tarifpolitik-Vorsitzenden der VC, müsse die Lufthansa »ein deutlich verbessertes Angebot« vorlegen, um Arbeitskämpfe zu verhindern. Noch lägen die Vorstellungen zu weit auseinander.

5,5 Prozent mehr Lohn gefordert

In der vergangenen Woche hatte die Lufthansa ihr Angebot erhöht und erneute Gespräche mit der eigentlich streikbereiten Gewerkschaft erreicht.

In dem Tarifkonflikt geht es offiziell um höhere Vergütungen für die mehr als 5000 Piloten der Lufthansa-Kerngesellschaft und der Frachttochter Cargo. Die Gewerkschaft verlangt neben einer neuen Gehaltsstruktur für dieses Jahr 5,5 Prozent mehr und einen automatisierten Inflationsausgleich ab 2023.

Im Hintergrund schwelt zusätzlich ein Konflikt um die Konzernstrategie. Die VC will möglichst viele Flugzeuge zu ihren Tarifbedingungen besetzt wissen, während das Unternehmen einen Flugbetrieb mit niedrigeren Tarifen vorantreibt, der Teile der Strecken übernehmen soll.

Indes haben auch die Piloten der Lufthansa-Tochter Eurowings angekündigt, zu Streiks generell bereit zu sein. In einer am Mittwoch beendeten Urabstimmung votierten 97,9 Prozent für einen Arbeitskampf, wie VC mitteilte. Die Wahlbeteiligung habe bei knapp 90 Prozent gelegen, sagte ein Sprecher.

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Erst Anfang August hatten sich die Lufthansa und die Gewerkschaft Ver.di auf eine Tariferhöhung für das rund 20.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter starke Bodenpersonal der Fluggesellschaft geeinigt. Dem waren Streiks vorausgegangen, die das Sommergeschäft zum Ärger vieler reisewilliger Lufthansa-Kunden stark beeinträchtigt hatten.

atb/dpa
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