Coronakrise Lufthansa schließt Germanwings

Als Reaktion auf die Coronakrise stellt Lufthansa den Flugbetrieb ihrer Tochter Germanwings ein. Zudem sollen etliche Flugzeuge anderer Teilgesellschaften stillgelegt werden.
Germanwings-Flugzeuge in Köln (Archiv)

Germanwings-Flugzeuge in Köln (Archiv)

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Henning Kaiser/ dapd

Die Lufthansa hat wegen der Coronakrise eine Restrukturierung ihrer Flugbetriebe beschlossen. Die Tochter Germanwings wird demnach eingestellt. Dies war von den Gewerkschaften bereits befürchtet worden.

Möglichst vielen Mitarbeitern soll eine Weiterbeschäftigung innerhalb der Gruppe angeboten werden. Darüber will das Unternehmen mit den Sozialpartnern verhandeln. 2015 war Germanwings in Eurowings übergegangen, die Marke Germanwings verschwand nach und nach aus dem öffentlichen Auftritt.

Zudem sollen bei nahezu allen Flugbetrieben des Konzerns Kapazitäten verringert und die Verwaltung verkleinert werden. Denn die Lufthansa erwartet auch für die Zeit nach der Coronakrise einen deutlichen Nachfragerückgang bei Flugreisen. Nach Einschätzung von Lufthansa-Chef Carsten Spohr werde es Monate dauern, bis die globalen Reisebeschränkungen vollständig aufgehoben sind und Jahre, bis die weltweite Nachfrage nach Flugreisen wieder dem Niveau von vor der Krise entspricht.

Bei der Kerngesellschaft Lufthansa sollen dauerhaft 18 Langstreckenflugzeuge und elf Mittelstreckenjets am Boden bleiben. Darunter sind sechs Maschinen des Superjumbos Airbus A380, die ohnehin ab 2022 an den Hersteller Airbus zurückgehen sollten. Auch das Langstreckenangebot der Eurowings wird deutlich verkleinert.

Gewerkschaften stellten sich gegen Schließung

Zudem soll die bereits vor der Krise festgelegte Zielsetzung von Eurowings, den Flugbetrieb auf eine Einheit zu bündeln, nun beschleunigt umgesetzt werden, teilte Lufthansa mit. Auch für die übrigen Töchter Brussels, Austrian und Swiss kündigte der Konzern Flugzeugstilllegungen an. Zugleich wurden sämtliche Mietverträge mit anderen Fluggesellschaften gekündigt.

Die Gewerkschaften hatten sich gegen ein vorschnelles Ende der Germanwings gestellt, für die bereits keine Vereinbarung zur Aufstockung des Kurzarbeitergelds zustande gekommen war.

hej/dpa/Reuters
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